Band der Woche:Zwischen den Musikwelten

Band der Woche: "Ich liebe die deutsche Sprache in der Lyrik, aber auf Englisch kann ich mich irgendwie besser ausdrücken", sagt Milan Belaga. Als Musiker nennt er sich "Mol".

"Ich liebe die deutsche Sprache in der Lyrik, aber auf Englisch kann ich mich irgendwie besser ausdrücken", sagt Milan Belaga. Als Musiker nennt er sich "Mol".

(Foto: Benjamin Bochinski)

Mal Hip-Hop, mal Pop: Der junge Künstler "Mol" mag sich noch auf kein Genre festlegen, auch in den Songtexten wechselt er zwischen Deutsch und Englisch

Von Sabrina Ahm, München

Hip-Hop. Pop. Rock. Soul. Was denn nun? Wo sich der junge Künstler Mol aus Petershausen verorten will, weiß er selbst noch nicht ganz. Milan Belaga, 19, fällt es schwer, sich festzulegen. Seine Songs bedienen sich immer mal wieder verschiedener Genres. "Ich mach so unterschiedliche Musik, weil ich ein relativ wechselhafter Charakter bin", sagt Milan. Auch sprachlich kann er sich nicht ganz festlegen. Sein Song "Anfang" startet auf Englisch, nach den ersten Minuten schleichen sich aber plötzlich einige Passagen auf Deutsch ein. Beide Sprachen haben ihre Vor- und Nachteile. "Ich liebe die deutsche Sprache in der Lyrik, aber auf Englisch kann ich mich irgendwie besser ausdrücken", sagt Milan. Im Endeffekt komme seine Sprachauswahl ganz auf den jeweiligen Song an.

"Ich liebe es, Geschichten zu erzählen", sagt Milan. Er habe sich schon als Kind immer Geschichten ausgedacht und sie aufgeschrieben. Die meisten seiner Songs gehören größeren Konzepten an. In der Zukunft möchte der junge Künstler viele der Songs in verschiedene Alben einbauen. Ihn fasziniere, welche Geschichten so erzählt werden können und auf welche Weise alle Lieder zusammenhängen. Selbst wenn die großen Konzepte noch Zeit benötigen, werden auch in den einzelnen Tracks einige Geschichten erzählt. So handelt sein Song "Airbnb" von der Suche nach Ablenkung. "Ich halte die Texte absichtlich ziemlich offen, für viel Interpretationsfreiraum", sagt Milan.

Milan hat seine Faszination für die Musik erst vor zwei Jahren gefunden. Und erst seit einem Jahr nutzt er wirklich alle Zeit, die er hat, dafür. Da er gerade sein Fachabitur macht, ist das nicht immer leicht. Meistens bevorzugt er es, allein an seiner Musik zu arbeiten, weil er so seine Vision bis zum Ende durchziehen kann. Dennoch genieße er es, bei den kreativen Prozessen mit Menschen zusammen zu arbeiten. Er textet gerne auf Beats von anderen oder holt sich wie in "Airbnb" seinen Vater für ein Gitarrensolo dazu.

In seinem jüngsten Release "Hold Me Down" ist neben Milan eine zweite Stimme zu hören, der Gesang kommt von einer Freundin. "Den Song hatte ich schon, aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, das ihm etwas fehlt und das war genau das", sagt Milan. Milans Musik mag sich nach DIY anhören. Auch seine Tracks vervollständigen sich oft auf spontane Art. Aber hinter all dem steckt ein perfektionistischer Kopf und das hört man in den Details.

Mol

  • Stil: Hip-Hop, Pop, Rock, Soul
  • Besetzung: Milan Belaga
  • Aus: München/Petershausen
  • Seit: 2021
© SZ/mbr
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