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Finanzielle Förderung:Willkommener Geldsegen

Beste Lage an der Isar: Das Alpine Museum soll künftig noch besser zur Geltung kommen.

(Foto: Carmen Fischer/DAV)

Der Bund ermöglicht den Umbau des Alpinen Museums an der Isar

Das Alpine Museum in München erhält ein neues Gesicht. Das Gebäude inmitten eines großen Gartens auf der Praterinsel wird voraussichtlich von 2021 an grundlegend umgebaut. Der Deutsche Alpenverein (DAV) will das Gebäude, das am 17. Dezember 1911 eröffnet wurde, nicht nur barrierefrei gestalten und modernisieren. Es sollen größere und offenere Ausstellungsflächen entstehen, auch die Bibliothek soll künftig einen besseren Platz in dem Haus an der Isar bekommen. Zudem soll der Eingang verlegt werden, damit "die Öffentlichkeitswirksamkeit des Hauses" erhöht werde, teilt der DAV mit. Bislang scheiterten die Umbauarbeiten an den hohen Kosten von knapp zehn Millionen Euro. Doch am Donnerstagnachmittag beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestages eine außerordentliche Förderung der Baumaßnahme mit 4,9 Millionen Euro, eine wichtige Hürde zur Finanzierung des ehrgeizigen Projekts.

Bereits im Oktober hatte der Alpenverein als Träger des Museums in seiner Hauptversammlung die Bereitstellung von 2,5 Millionen Euro genehmigt. Die nun noch fehlenden 2,4 Millionen Euro sollen über zwei Stiftungen kommen, außerdem laufen derzeit Gespräche mit der Stadt und dem Freistaat. Zusagen gebe es allerdings noch nicht, sagte DAV-Sprecher Thomas Bucher der Katholischen Nachrichtenagentur KNA. Doch DAV-Präsident Josef Klenner ist zuversichtlich: "Wenn alles nach Plan verläuft, können wir 2021 mit dem Umbau beginnen."

Für die geplante Neugestaltung des innerstädtischen Isarraums ist der Umbau des Museums ein wichtiger Baustein. Erst kürzlich hatte Stadtbaurätin Elisabeth Merk im Rahmen der sogenannten Flussrunde betont, dass einige städtische Planungen, die Isar für die Münchner besser zugänglich zu gestalten, unmittelbar von den Umbaumaßnahmen auf der Praterinsel abhängen. "Der DAV ist ein wichtiger Teil der Flussrunde", sagte Referatssprecher Thorsten Vogel am Freitag. Der Alpenverein habe bereits einen privaten Wettbewerb für die Umbaumaßnahmen durchgeführt, das Planungsreferat sei in beratender Funktion eingebunden gewesen. Schließlich handle es sich um sensible Bereiche im innerstädtischen Isarraum. Die genauen Pläne will der DAV erst zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen. Doch schon jetzt ist klar, dass es nicht nur um Umbauten der Innenräume geht. So sollen auch die historischen Terrassenanlagen auf dem Gelände wiederhergestellt werden, teilte der Alpenverein mit.

Das Museum kam 1911 in den Räumlichkeiten des einstigen "Café & Restaurant Isarlust" unter. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört und nach dem Krieg nicht mehr als Museum, sondern als Verwaltung des Deutschen Alpenvereins genutzt. Nach Druck von der Stadt, die dem DAV das Gebäude einst kostenlos für das Museum zur Verfügung gestellt hatte, beschloss der Verein 1993, wieder Ausstellungen zu alpinen Themen zu machen. Seither stellt das Alpine Museum "einen Begegnungsort für Alpen- und Bergbegeisterte dar und beherbergt die einzige deutsche und die weltweit größte Alpenbibliothek", sagt der Münchner CSU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Stefinger, der sich im Bundestag für die Millionenförderung zum Umbau stark gemacht hatte. Neben Dauer- und Sonderausstellungen über die Alpen und das Bergsteigen befindet sich seit 2017 die Blockhütte der alten Höllentalangerhütte in der Grünanlage des Alpinen Museums. Die "Urhölle" unterhalb der Zugspitze war 2013 abgerissen worden.