München:14-Jährige tot - Polizei fasst tatverdächtigen 17-Jährigen

14-Jährige in München-Bogenhausen soll getötet worden sein

Ein Bestatter und Polizisten stehen vor dem Tatort im Münchner Stadtbezirk Bogenhausen. Hier ist ein 14-jähriges Mädchen tot aufgefunden worden.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Das Mädchen soll getötet worden sein, die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus. Nun haben sie einen Bekannten des Opfers festgenommen. Zu möglichen Motiven macht die Polizei keine Angaben.

Von Andreas Schubert

Ein 14-jähriges Mädchen ist am Sonntagmorgen tot in der elterlichen Wohnung im Münchner Stadtteil Bogenhausen aufgefunden worden. Die Leiche habe Spuren von Gewalteinwirkungen aufgewiesen, man gehe von einem Gewaltdelikt aus, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Medienberichte, nach denen das Mädchen erstochen wurde, bestätigte die Polizei bisher nicht.

Die Mordkommission ermittelt nun. Tatverdächtig ist ein 17-jähriger Münchner, von dem noch nicht klar ist, ob es sich um den Ex-Freund des Mädchens handelt. Er wurde am Montagmorgen an einem Bahnhof im Münchner Stadtgebiet von der Bundespolizei gefasst.

Die beiden sollen nach Angaben der Polizei aber befreundet gewesen sein, es habe offenbar eine "Vorbeziehung" bestanden, sagte ein Polizeisprecher. Zu möglichen Motiven machte die Polizei keine Angaben. Allerdings beschränkten sich die Ermittlungen nicht nur auf den Jugendlichen, es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

Die Polizei war am Sonntagmorgen offenbar von der Mutter der 14-Jährigen um 7.40 Uhr zu dem Haus im zu Bogenhausen gehörenden Stadtteil Denning gerufen worden. Die Tat war wohl im Laufe der Nacht passiert. Rettungskräfte hätten noch vergeblich versucht, das Mädchen zu reanimieren.

Die Polizei suchte "mit allem, was verfügbar ist"

Schon am Vormittag lief in der beschaulichen Gegend im Münchner Osten ein größerer Polizeieinsatz. Über den Einfamilienhäusern knatterte ein Hubschrauber, eine Hundertschaft von Beamten suchte die Umgebung ab - laut Polizei ist das bei einem Tötungsdelikt Routine.

Am Tatort nahm die Polizei umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen vor. Noch am Nachmittag war die Straße, in dem sich das mutmaßliche Tötungsdelikt ereignet hat, gesperrt. Vor der Absperrung hatten sich Kamerateams postiert, Polizeibeamte wachten darüber, dass niemand hinter die rot-weißen Absperrbänder kam. Auch ein Anwohner, der mit seinem Auto zu seinem Haus wollte, wurde nicht durchgelassen.

Ein Tatverdächtiger ist gefasst, die Ermittlungen gehen weiter

Polizeisprecher Sven Müller erklärte am Sonntagnachmittag bei einer Pressekonferenz in der Nähe des Tatorts, nun würde die Polizei "mit allem, was verfügbar ist" alle Informationen sammeln und dabei routinemäßig vorgehen, also zum Beispiel Anlaufadressen und das soziale Umfeld des Verdächtigen überprüfen. Hierbei sei die ganze Münchner Polizei eingebunden. Die Leiche des Mädchens soll - wie in solchen Fällen üblich - obduziert werden. Wann die Obduktion stattfindet, war nach Angaben der Polizei am Sonntagmittag noch unklar.

Laut Polizeistatistik ist die Aufklärungsquote bei Mord und Totschlag sehr hoch. Der Sicherheitsreport führt für München im Jahr 2020 sechs Morde und 20 Mordversuche sowie sieben Fälle von Totschlag und 31 Fälle von versuchtem Totschlag auf. Insgesamt flossen vergangenes Jahr 64 Tötungsdelikte in die Statistik ein. Weil viele davon länger zurückliegen und erst bei der Aufklärung nachträglich in der Gesamtstatistik erfasst werden, kann es vorkommen, dass die Aufklärungsquote rein rechnerisch bei mehr als 100 Prozent liegt. Das ist der Münchner Polizei mit gut 101 Prozent im Jahr 2020 gelungen.

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