Maxvorstadt:Es sind noch weitere Baumaßnahmen geplant

Gleichwohl, es kommt vor: Sie nennt das Gebäude an der Aldringenstraße 9 in München als Beispiel, ein Mietshaus, erbaut 1907. Das Fassadendekor sei 1935 entfernt worden, doch im Inneren hätten sich Ausstattungselemente in Formen des Jugend- und Reformstils erhalten.

Die Omega AG weist die Kritik an den Baumaßnahmen vehement zurück. "Selbstverständlich haben wir uns als Eigentümer über die Legitimität der Maßnahmen erkundigt", versichert der Vorstand der Omega AG, Ralph Reinhold, zugleich Geschäftsführer der Projektgesellschaft, in einer Stellungnahme.

Ein konsultierter Experte habe "keinerlei Anhaltspunkte für eine Denkmalwürdigkeit des Objekts gesehen". Insofern habe man schon beim Ankauf der Liegenschaft nicht ansatzweise vermuten müssen, dass die Immobilie unter Denkmalschutz gestellt werden könnte. "Unser Ziel war es, rasch die Verkehrsicherheit für Leib und Leben wieder herzustellen", sagt Reinhold.

Nach seinen Angaben haben die Brandschutzbeschau "aus vergangenen Jahren" sowie ein von der Omega beauftragtes Gutachten "nicht behobene Mängel" festgestellt. Diese bezögen sich auf die "nicht vorhandene Verkehrsicherheit" des Treppenhauses, konkret die "unzureichende Absturzhöhe", fehlende Rauchableitungen sowie unzureichende Standsicherheit. Dies sei durch die Branddirektion, mehreren Sachverständige sowie Architekten und Bauingenieure nachgewiesen.

Planung und Beauftragung der Arbeiten seien im Dezember 2017 erfolgt. Reinhold äußert die Auffassung, dass "die bloße Ankündigung eines Ortstermins durch das Denkmalamt (. . .) keinen hinreichenden Grund für eine Unterbrechung von laufenden Baumaßnahmen" darstelle. Der Termin sei verschoben worden, weil er im Urlaub gewesen sei, aber bei dem Termin habe anwesend sein wollen. Alle entfernten Gegenstände seien eingelagert, sie könnten - sollten Behörden dies verlangen - "wiederaufgearbeitet und eingebaut werden". Zum Vorwurf der "Nacht-und-Nebel-Aktion" sagt Reinhold: Die Mieter seien per Aushang und Einwurf informiert worden.

Die Omega Gruppe hält in München einige Objekte, darunter auch das "Blaue Haus" Ecke Schelling-/ Schleißheimer Straße, welches die Firma derzeit saniert. Die Abendzeitung berichtete zuletzt von verunsicherten Mietern in dem Haus und deren Angst, wie es für sie weitergehe. "Der Umgang mit den Mietern", so beschied ein Omega-Sprecher dem Blatt, sei "teilweise nicht geschickt" verlaufen.

Die Bewohner im Komplex Schelling-/Türkenstraße haben inzwischen eine Mietergemeinschaft gegründet; 13 Unterzeichner haben sich per Fax geweigert, den Austausch der Wohnungseingangstüren und der Badfenster zuzustimmen. "Wir fordern Sie auf, uns über das Gesamtvorhaben und ihre Zielsetzung (. . .) aufzuklären", verlangen die Mieter.

Bisher gab es dazu laut Kitzinger keine Antwort. Auf SZ-Anfrage heißt es von der Omega, es würden derzeit "alle Opportunitäten" hinsichtlich Umbau, Erweiterung oder Abriss/Neubau geprüft. Die Arbeiten im Treppenhaus sind laut Planungsreferat übrigens völlig legal: "Das Haus ist ja kein Denkmal; der Eigentümer darf deshalb Veränderungen vornehmen", sagt ein Sprecher.

© SZ vom 27.02.2018/tpa
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