Meine Woche:Unverpackt-Laden in Unterföhring öffnet

Unverpacktladen Unterföhring

Wiebke Fischer ist Vorständin bei der Genossenschaft "Unterföhring Miteinand".

(Foto: Catherina Hess)

Wiebke Fischer und ihre Kollegen von der Genossenschaft "Unterföhring Miteinand" sperren am Montagnachmittag auf.

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Der Unterföhringerin Wiebke Fischer ist die Freude ins Gesicht geschrieben. Nach Monaten der Planung und anstrengenden Wochen voller Vorbereitung ist es an diesem Montag endlich soweit: Der Unverpackt-Laden im Bahnhofsgebäude der Mediengemeinde öffnet um 16 Uhr seine Pforten. Noch am Wochenende haben die 35-jährige Vorständin von der Genossenschaft "Unterföhring Miteinand" und zahlreiche ehrenamtlich Aktive die letzten Arbeiten im einladend gestalteten Ladenlokal erledigt - damit alles am richtigen Platz steht, wenn am Spätnachmittag die ersten Kunden empfangen werden können.

Drinnen wartet eine kleine Bäcker-Ecke mit Bio-Produkten, es gibt Abfüllstationen etwa für Haferflocken, Müsli, Nudeln, Nüsse, Kerne und Reis sowie große Gläser fair gehandelter Schokolade. Überdies sind verpackungsfreie Hygieneartikel wie festes Shampoo im Angebot. Auch mit biologisch erzeugtem Gemüse und Obst kann man sich im Unverpackt-Laden eindecken. Und wer mag, kann einen Kaffee oder Tee bestellen - entweder zum Mitnehmen oder zum Verzehr an Ort und Stelle. Im Ladenlokal existieren acht Plätze, davor in der Bahnhofshalle weitere zehn und draußen noch einmal an die 20 Stühle an Tischen.

Corona lässt kein Eröffnungsfest zu

Coronabedingt kann es an diesem Montag keine große Eröffnungsparty geben, aber ein bisschen festlich soll es schon zugehen. Schließlich sei es nicht nur für die Initiative ein Grund zum Feiern, dass es am Ort nun einen Unverpackt-Laden gibt, sagt Fischer und berichtet von der großen Resonanz der Unterföhringer auf das Projekt. Der Zulauf zur Genossenschaft sei groß, berichtet die Vorständin nicht ohne Stolz. Aktuell zählt das Bündnis 203 Mitglieder, die mehr als 537 Genossenschaftsanteile à 150 Euro gezeichnet haben - Tendenz steigend. Zudem habe eine Crowdfunding-Kampagne gut 20 000 Euro eingebracht.

Während der Umbauarbeiten in den Räumen, in denen früher einmal eine Bäckerei mit kleiner Restauration beheimatet war, hätten viele Leute an die Scheiben geklopft, um sich umzusehen und zu informieren, sagt Fischer. Angesichts der Hygienevorschriften dürfen sich in dem Geschäft derzeit nur vier Kunden gleichzeitig aufhalten, mindestens zwei bis drei Personen werden für den Verkauf zuständig sein. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 7 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr.

"Vielleicht ist noch nicht alles ganz perfekt, dafür aber authentisch und ehrlich", sagt Wiebke Fischer, die Genossenschaft habe sich mit dem Laden "in ein Abenteuer" gestürzt. Eines aber hätten die Vorbereitungen gezeigt: Wenn viele zusammen helfen, die ein Ziel vor Augen haben, dann lässt sich einiges bewegen. Sogar ganz ohne professionellen Ladenbauer und mit vielen gespendeten Ausstattungsgegenständen sei es möglich gewesen, ein modernes Geschäft einzurichten.

© SZ vom 21.06.2021/sab
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