Unvergessene Viwi:Engel im Herzen

Unvergessene Viwi: Freunde legen am Gedenkstein für Viwi Blumen nieder. Das Mädchen starb in der Neujahrsnacht, als ein betrunkener Autofahrer an der Kreuzung Münchner/Alte Münchner Straße eine Ampel umfuhr.

Freunde legen am Gedenkstein für Viwi Blumen nieder. Das Mädchen starb in der Neujahrsnacht, als ein betrunkener Autofahrer an der Kreuzung Münchner/Alte Münchner Straße eine Ampel umfuhr.

(Foto: Claus Schunk)

Eine Gedenkstätte erinnert an den tragischen Tod der 17-Jährigen in der Neujahrsnacht.

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Der Mensch braucht einen Platz zum Trauern. Und nicht immer muss dieser auf einem Friedhof liegen. In Unterföhring erinnert seit Freitagnachmittag ein Gedenkstein an ein Mädchen, das in der Neujahrsnacht auf tragische Weise ums Leben gekommen ist.

Die damals 17-jährige Viwi ist an der Kreuzung Münchner/Alte Münchner Straße gestorben, weil ein 21 Jahre alter betrunkener Autofahrer just in dem Moment die Kontrolle über seinen Wagen verloren hatte, als die junge Frau zusammen mit ihren Freundinnen und Freunden an der Ampel stand. Das Fahrzeug geriet ins Schleudern und prallte gegen den Masten. Viwi wurde von der Ampel erschlagen. Noch ein paar Minuten zuvor hatte die Abiturientin zusammen mit ihren Begleitern auf einer Party das neue Jahr begrüßt.

Genau an dem Ort, an dem Viwi gestorben ist, gibt es nun eine steinerne Erinnerung. Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) sprach den mehr als 50 Trauergästen, vor allem Freunde des Mädchens sowie deren Familie und Nachbarn, sichtlich berührt Trost zu. Es war der Wunsch der Jugendlichen gewesen, eine Gedenkstätte für die verstorbene Freundin zu schaffen. Sie sammelten Geld, um das Granitherz anfertigen zu lassen. Gleich nach dem schrecklichen Unfall am 1. Januar hatten Viwis Freunde Blumen an der Kreuzung niedergelegt und Laternen angezündet.

Jeden Abend brennen zur Erinnerung Kerzen

Seitdem brennen dort jeden Abend Kerzen, um an das Mädchen zu erinnern. In Briefen an Viwi verliehen die Freunde ihrer Trauer Ausdruck. Und auch viele Passanten hielten an dem Ort inne, darunter viele Kinder. Die Anteilnahme an dem tragischen Unglück war sehr groß, es hat Unterföhring erschüttert, sagte der Bürgermeister. Und auch im Garchinger Werner-Heisenberg-Gymnasium, wo die junge Frau im Frühsommer ihr Abitur ablegen wollte, war man sehr betroffen über den Tod der Schülerin.

Sabrina Schnabel, Viwis Freundin, betonte bei der bewegenden Feier, wie sehr die Jugendlichen einen Platz gebraucht hätten, "wo wir uns Viwi nahe fühlen". Nun habe man einen solchen. "Fast 18 Jahre warst du ein Engel auf Erden. Jetzt bist du ein Engel in unseren Herzen für immer", steht auf dem Stein. Umrahmt ist dieser mit den Kerzen, Laternen, Briefen und Blumen, die seit Viwis Tod direkt an der Ampel lagen. Nun zieren sie eine liebevoll gestaltete Gedenkstätte dort, wo Viwi gestorben ist.

© SZ vom 23.07.2016/belo
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