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S-Bahnhof "Hirschgarten":Falsche Verheißung

Seit es die Haltestelle "Hirschgarten" gibt, steigen Biergartenbesucher auch dort aus. Dabei ist der Weg zur kühlen Maß von einer anderen Station viel näher.

Seit es eine Haltestelle mit dem verheißungsvollen Namen "Hirschgarten" gibt, steigen auch Biergartenbesucher dort aus. Aber wo bitte geht's zum Biergarten? Das fragt sich der Ortsunkundige, wenn er oben auf der Friedenheimer Brücke steht.

Sommerliche Temperaturen am Pfingstmontag in Bayern

Inbegriff der Gemütlichkeit: Der Hirschgarten.

(Foto: ag.ddp)

Weit und breit kein Hinweisschild. Also marschiert er die Brücke hinunter, dorthin, wo Baumwipfel dicht an dicht zu erspähen sind, biegt im Bestreben, den kürzesten Weg zu nehmen, links ein und steht auf der Großbaustelle. Kräne, Rohbauten, Baugruben - und nirgends ein Hinweisschild.

Wer nun nicht rechtzeitig, von einem guten Instinkt geleitet, den Fußweg in den Park hinein findet, irrt zwischen den schon bewohnten Häusern in dem neuen Stadtquartier herum. Und nirgends ein Hinweisschild.

Mancher marschiert nun - ob aus Verzweiflung oder aus Rücksichtslosigkeit - quer über nicht eingezäunte, private Terrassen. Ingeborg Staudenmeyer, die Vorsitzende des zuständigen Bezirksausschusses, von entnervten Anwohnern eingeladen, kann das allmähliche Entstehen kleiner Trampelpfade bezeugen. Sie will sich jetzt für eine bessere Beschilderung einsetzen.

Es gäbe natürlich eine andere Möglichkeit: Vom S-Bahnhof Laim ist der Fußweg zum Biergarten etwas kürzer. Selbst die elektronische Fahrplanauskunft des MVV nennt auf Anfrage den Bahnhof Laim, egal aus welcher Richtung man kommt. Die S-Bahnhaltestelle Hirschgarten verschweigt sie schamhaft. Aber schließlich wurde die damals nur so getauft, weil's besser klingt als "Friedenheimer Brücke".

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Richtig biergarteln

© SZ vom 26.07.2010/sonn
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