bedeckt München
vgwortpixel

Pfistermühle:Kaum Kritik aber viel Lob

Im derzeitigen Viergang-Menü zu 51 Euro beispielsweise war kaum etwas zu kritisieren, aber viel zu loben: Für unseren Geschmack war die Vorspeisen-Komposition aus teegeräucherter Entenbrust, Bratapfelscheiben und Honig-Rosinenvinaigrette zwar wieder einmal zu süß, doch das rosazarte, duftig geräucherte Fleisch konnte begeistern.

Hohes Lob gebührt auch der Kreation "Rote-Bete-Essenz mit Meerrettichnockerl", bei der zwei ausgeprägte Geschmacksrichtungen eine schöne Synthese eingingen. Mustergültig zart und schmackhaft waren im Hauptgang die Medaillons vom Hirschkalbsrücken, die des Kontrasts mit der Maronenkruste nicht unbedingt bedurft hätten. Die mit Nougat gefüllten Topfenknödel auf aromatisch hochverdichtetem Holunderragout schließlich sorgten für einen festlichen Abschluss.

Von der Fischkarte sei das auf der Haut kross gebratene, stattliche Stück Wallerfilet erwähnt: Mit Bayrisch Kraut, einer milden Senfsauce und Wurzelpüree tat sich das feste Filet zu einer harmonisch-bodenständigen Einheit zusammen. Auch den saftigen Koteletts und der Bratwurst vom Gäuboden-Lamm mit der Rosmarinsauce und dem Oliven-Kartoffelgemüse würde man gerne wieder begegnen.

Warum allerdings das zusammengebundene Bohnenbündel als Ganzes paniert wurde, bleibt ein Rätsel. (Vorspeisen kosten im Durchschnitt 16, Hauptgänge 26 Euro). Für alle Spielarten der Küche hält der Keller, wenn man nicht bei den hauseigenen Bieren bleiben will, eine mittelgroße, aber durchaus ergiebige Auswahl an passenden Weinen aus den wichtigen Regionen parat.

Fazit: In der Kategorie "Hotel-Restaurant" kann sich die "Pfistermühle" auf gutem Niveau halten. Um aber für Passanten auf Dauer interessant zu sein, müsste die Küche öfter mal etwas Neues wagen.