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Regeln für die Isar:Nur ein Feigenblatt

Schlauchboote auf der Isar an der Grünwalder Brücke.

(Foto: Claus Schunk)

Die neue Boots­verordnung des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen trägt kaum zum Schutz der Isar bei.

Die natürliche Lebensader der Region verdient besonderen Schutz. Vor allem im Sommer, wenn Tausende Ausflügler an und auf der Isar unterwegs sind und der Fluss vom Sylvensteinspeicher über den Georgenstein bis hin zum Flaucher zu einem verdreckten Freizeitpark verkommt. Die neue Bootsverordnung des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen aber trägt zum Schutz der Isar kaum etwas bei; sie bestraft nur diejenigen, die den Fluss als das begreifen, was er ist: ein wertvoller Naturraum, den es zu achten gilt.

Das eigentliche Ziel der Politik, und in diesem Fall namentlich jenes des Tölzer Landrats Josef Niedermaier, war es ja, die unsäglichen Zustände an und auf der Isar im Sommer möglichst zu beenden. Den Horden an Schlauchbootfahrern Einhalt zu gebieten, die betrunken den Fluss hinunterschippern, auf Kiesbänke steigen und Müll hinterlassen.

Mit einer Verordnung, die den Zugang im Frühjahr, Frühsommer und Herbst einschränkt, wird dieses offensichtliche Problem aber nicht angegangen. Vielmehr leiden darunter nur umsichtige Wassersportler, Kajakfahrer, Paddler und Kanuten, die sich an alle Regeln halten - und mehr noch: zum Erhalt der Isar als schützenswertes Refugium beitragen.

Anstatt im Alleingang ein striktes Regelwerk aufzustellen, das nicht mehr ist als ein politisches Feigenblatt, hätte der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen den Schulterschluss mit dem Landkreis München und der Stadt suchen sollen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die zum Schutz des Flusses tatsächlich beitragen.

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