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Radroute nach Garching:Eine Strecke ist nicht genug

Frühlingsstimmung

Für Umweltschützer ist klar: Es braucht ein Netz aus kurzen wie langen Radwegen, um eine Verkehrswende wirklich anzustoßen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Welche Route der geplante Radschnellweg im nördlichen Landkreis nimmt, wird immer noch geprüft. Nun will Garching den Trassenfavoriten vieler Pendler entlang der U 6 wenigstens zum flotten Fahren ausbauen.

Von Irmengard Gnau, Garching

Wird es in naher Zukunft für Radler aus Garching oder dem Forschungscampus noch eine weitere Alternative zum geplanten Radschnellweg nach München geben? Die Stadt Garching will jedenfalls prüfen, inwieweit es möglich ist, die Route vom Kieferngarten entlang der U-Bahnlinie U 6 nach Garching-Hochbrück und weiter bis zum Forschungszentrum der TU als eine schnelle Radwegverbindung auszubauen und möglicherweise sogar mit einem Radschnellweg nach Freising zu verknüpfen.

Die Garchinger Stadtverwaltung sieht in der Route, die über weite Strecken entlang dem U-Bahnbegleitweg führt und schon heute gern genutzt wird, "hohes Potenzial als Verbindung zwischen dem Münchner Norden und der Stadt Garching als Zubringerradweg zum Radschnellweg". Für einen möglichen Ausbau muss allerdings zunächst geklärt werden, ob ein asphaltierter und beleuchteter Weg dort erlaubt ist, führt die Route doch zum Teil durch Naturschutzgebiet. Außerdem muss die Stadt München mitspielen, soll der Radweg nicht an der Stadtgrenze abrupt enden. Diese beiden Punkte will die Verwaltung nun klären.

Die so formulierte Idee einer weiteren ausgebauten Radlroute fand im Stadtrat einhellige Unterstützung. Mit der Debatte um den geplanten Radschnellweg, wie es ein Antrag der CSU-Fraktion zunächst vorsah, wollte das Gremium sie jedoch keinesfalls verknüpft wissen. "Lassen Sie uns nicht mit unserem Beschluss dafür sorgen, dass sich der Radschnellweg-Prozess noch weiter verzögert", bat Hans-Peter Adolf, Fraktionsvorsitzender der Grünen, stellvertretend für viele.

Festhalten an der Radlautobahn

Ja, er soll kommen, der Radschnellweg im nördlichen Landkreis, der Pendler aus Unterschleißheim und Garching auf ungestörter Bahn nach München rollen lässt respektive umgekehrt, und dadurch mehr Menschen überzeugen, das Auto für den Arbeitsweg stehen zu lassen. Die Vorplanung für das 2014 vom Kreistag beschlossene und mit 34 Millionen Euro angesetzte Prestigeprojekt läuft, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) überreichte im vergangenen Herbst offiziell den Förderbescheid, doch noch sind einige Fragen offen. Insbesondere herrscht noch keine Einigkeit, wie die "Radlautobahn" von der B 13 nach Garching geführt werden soll.

Entlang der viel befahrenen B 471 mitten durch das Hochbrücker Gewerbegebiet? Südlich davon den Schleißheimer Kanal entlang? Oder nördlich des Gewerbegebiets durch die Garchinger Heide? Voraussichtlich Anfang April soll das vom Landratsamt beauftragte Planungsbüro Ergebnisse dazu vorlegen. Es sei vereinbart, so Bauamtsleiter Klaus Zettl im Stadtrat, dass Garching und der Kreis die letztendliche Trassenführung auf dieser Basis einstimmig zu beschließen hätten.

Auf den Radschnellweg allein wollen die Kommunalpolitiker nicht setzen. Es brauche ein Netz aus kurzen wie langen Radwegen, um eine Verkehrswende wirklich anzustoßen, sagte Götz Braun, Fraktionsvorsitzender der SPD. So lässt das Landratsamt in einer Machbarkeitsstudie zurzeit eine Radtangente prüfen, die Oberschleißheim, Garching und Ismaning über den Schleißheimer Kanal und die alte B 471 verbinden soll. In der Nachbarschaft soll eine sogenannte Hauptverbindung für Fahrradfahrer den Weg von Unterschleißheim und Oberschleißheim nach Feldmoching bequem machen.

© SZ vom 20.03.2021/belo
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