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Münchner Osten:Zehn Spuren für den Autobahnring

A99 bei München, 2019

Die A99 ist eine der meist befahrenen Strecken in Mitteleuropa, daher wird sie peu a peu ausgebaut.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Der nächste Schritt beim Ausbau der A99 zwischen den Anschlüssen Aschheim und Kirchheim beginnt. Auf Jahre gibt es entlang der Strecke dann Einschränkungen durch Großbaustellen.

Von Irmengard Gnau

Bis zu 150 000 Fahrzeuge rauschen täglich über die A99 und machen den Autobahnring um München damit zu einer der meistbefahrenen Strecken in Mitteleuropa. Um den Verkehr aufzufangen, hat die Politik den Ausbau der Autobahn beschlossen. Inklusive zweier Seitenstreifen sollen zwischen Haar und dem Autobahnkreuz München-Nord insgesamt zehn Fahrbahnen all die Lastwagen, Lieferfahrzeuge und Autos flüssig um die Landeshauptstadt herumleiten.

Dabei wird der Lärmschutz verbessert. Für die Autobahnnutzer ebenso wie die anliegenden Kommunen bedeutet das aber auch: Auf Jahre gibt es entlang der Strecke Einschränkungen durch Großbaustellen. Mit dem Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning und Kirchheim geht der Ausbau nun in die nächste Runde.

Die Verantwortlichen profitieren heute von der vorausschauenden Planung ihrer Vorgänger. Im Osten Münchens wurde die A99 Ende der Siebzigerjahre mit je vier Spuren in jede Richtung gebaut, zusätzlich aber mit einem extra breiten Mittelstreifen versehen. Diesen Platz kann die Autobahn GmbH - wie die Autobahndirektion Südbayern seit der Kompetenzverlagerung von den Ländern an den Bund Anfang 2021 heißt - nun nutzen, um die Strecke auf zehn Spuren zu erweitern. Die A99 bleibt also so breit wie sie hier schon ist; lediglich die Entwässerung muss neu konstruiert werden, denn diese lief bislang über den Mittelstreifen. Nun wird das Regenwasser nach außen geleitet und versickert dort nach neuestem Stand der Technik. Deshalb werden auch an den Außenrändern der Autobahn bestimmte Arbeiten notwendig, wie Daniel Schmidt von der Autobahn-Außenstelle München-Maisach im Aschheimer Gemeinderat erklärte.

Insgesamt erstreckt sich dieser zweite Bauabschnitt über etwa 3,4 Kilometer und ist damit deutlich kürzer als der erste vom Kreuz München-Nord bis Aschheim/Ismaning, der Ende 2019 fertig geworden ist und etwa 170 Millionen Euro gekostet hat. Dennoch haben die Planer auch für dieses Projekt mehrere Jahre veranschlagt, die Hauptbauzeit wird voraussichtlich von Januar 2023 bis Ende 2024 sein. Denn auch auf diesem Abschnitt bescheinigen Experten einigen Bauwerken nicht genügend Kraft für die künftigen Belastungen. Drei Brücken auf Aschheimer Gebiet werden deshalb abgerissen und ersetzt: die Brücke der Erdinger Straße sowie der Staatsstraße 2082 über die Autobahn sowie die Autobahnbrücke über die Weidachstraße/Am Abfanggraben.

Vor allem der Abriss der Brücke an der Erdinger Straße trifft die Anlieger, verbindet diese doch Aschheim und Kirchheim. Da die Strecke für viele Kinder und Jugendliche Schulweg ist, wird es während der etwa einjährigen Bauarbeiten eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radler geben; Autos und auch die MVV-Busse aber müssen über die Staatsstraße 2082 ausweichen. Dass die Brücke, die erst vor einigen Jahren saniert wurde, nun abgerissen wird, habe statische Gründe, sagte Schmidt. Die Grundsubstanz der Pfeiler sei damals nicht mit saniert worden.

Auch an der Staatsstraße 2082 errichtet die Autobahn GmbH eine Behelfsbrücke, bis die neue mit dann je zwei Richtungsspuren und einem Verflechtungsstreifen fertig ist. Die Unterführung an der Weidachstraße aber wird für den Neubau wohl zwei Jahre komplett gesperrt sein. Der Verkehr soll dann über die Erdinger Straße laufen. Die A99 bleibt während der Arbeiten offen, bei Höchstgeschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern.

© SZ vom 03.05.2021/belo/vewo
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