Hilfsmission in Zahony:Der Family-Truck als Anlaufstelle

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Hilfsmission in Zahony: Auf dem Sprung nach Osten: Christina und Gerhard Trappendreher mit ihrem 16 Meter langen knallroten Family-Truck.

Auf dem Sprung nach Osten: Christina und Gerhard Trappendreher mit ihrem 16 Meter langen knallroten Family-Truck.

(Foto: Claus Schunk)

Das Haarer Ehepaar Trappendreher will Kriegsflüchtlinge an der ungarisch-ukrainischen Grenze unterstützen: Mit einem Platz zum Ausruhen, Lebensmitteln, Hygieneartikeln und seelischem Beistand.

Von Angela Boschert, Haar

Hilfe für ukrainische Flüchtlinge wollen die Haarer Christina und Gerhard Trappendreher an der ungarisch-ukrainischen Grenze bieten. Sie fahren am 16. März mit ihrem knallroten Family-Truck in die Grenzstadt Zahony, wo sie den als Wohnmobil ausgebauten Lkw mit Küche, Bad und zehn Schlafplätzen für Flüchtlinge als Anlaufstelle zum Ausruhen aufstellen wollen. Solche Möglichkeiten fehlen gerade für hochschwangere Frauen und Mütter mit Kleinkindern, weiß Christina Trappendreher als Sozialpädagogin und Seelsorgerin. Sie und ihr Mann haben 2012 den Asylhelferkreis Haar gegründet.

Entstanden ist die Idee, ihren Ausflugstruck 14 Tage lang als "Mobile Emergency Shelter" zu nutzen, am vierten Tag des Ukraine-Krieges. Freunde waren begeistert und schnell hat auch die Jo-El-Stiftung zur Bewahrung der Schöpfung zugestimmt, die Aufenthalte im Truck für weniger Begüterte unterstützt. Die Trappendrehers haben ihren 16 Meter langen Truck zum Tiny-House ausgebaut, um Gruppen, Familien und Teams die Möglichkeit zu geben, "unterwegs aufzuatmen" und während dieser Auszeit neue Lebenskraft zu schöpfen. Jetzt bereitet das Ehepaar seine Ukraine-Hilfsmission vor, knüpft Kontakte zu Organisationen und zur ungarischen reformierten Kirche, um in Zahony Anlaufstationen zu haben, die geeignete Flüchtlinge zu ihnen schicken. Wie genau es vor Ort werden wird, können sie nicht absehen; sie hoffen, sich in der Nähe des Bahnhofs aufstellen zu können, um erschöpften Menschen einen warmen Platz zu bieten.

Praktische Hilfe ist das Eine. Dazu werden sie Lebensmittel wie Teebeutel, Schokolade, Nudeln und Babynahrung mitnehmen, aber auch Windeln, Hygieneartikel, Powerbanks zum Aufladen der Handys und Sim-Karten mit Gesprächsguthaben sowie Bettzeug. Christina Trappendreher liegt zudem die seelische Hilfe am Herzen. Sie ist seit Jahren nebenberuflich systemische Seelsorgerin und im Bereich Umgang mit Traumafolgen geschult: "Wir müssen bedenken, dass die Frauen tage- oder dann schon wochenlang unterwegs sind. Sie brauchen einerseits Fürsorge, sollten aber auch in eine Handlungsfähigkeit gebracht werden." Selbst Kochen trage dazu bei: "Sie sollen bei uns in der Truck-Küche Gerichte zubereiten und so etwas Selbstbestimmung erlangen."

Kochen nicht die Frauen, wird Gerhard Trappendreher am Herd stehen, denn frisches Essen ist ebenso wichtig wie Selbstschutz, für den sie Antigen-Schnelltests sowie FFP2- und OP-Masken mitnehmen. Zudem wollen sich die Haarer Helfer um eventuelle hygienebedingte Erkrankungen bei den Geflüchteten kümmern. Sie bitten weiterhin um Geldspenden entweder auf das Konto der Jo-El-Stiftung, Irschenberg, IBAN DE81 7606 1482 0004 2292 15, Verwendungszweck "Ukraine" oder online über www.betterplace.org/de/projects/106675-spendenaufruf-ukraine. Weitere Informationen auf www.unterwegs_aufatmen.de.

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