Erneuerbare Energie:Rückschlag für Grasbrunner Windkraft-Pläne

Erneuerbare Energie: Bis in Grasbrunn Windräder aufgestellt werden, könnte es nun etwas länger dauern. Das Foto zeigt den Transport eines Bauteils auf einem Schwertransport.

Bis in Grasbrunn Windräder aufgestellt werden, könnte es nun etwas länger dauern. Das Foto zeigt den Transport eines Bauteils auf einem Schwertransport.

(Foto: Karina Hessland/imago images)

Das Landratsamt moniert bei der Ausweisung von vier Flächen für Rotoren Verfahrensfehler. Jetzt muss die Gemeinde nachbessern.

Von Laura Geigenberger, Grasbrunn

Vier Flächen in Grasbrunn sollen künftig Standorte für Windkraftanlagen sein - so erhofft es sich die Gemeinde. Nachdem entsprechende Beschlüsse bereits im September getroffen und der notwendige Teilflächennutzungsplan dem Landratsamt München vorgelegt worden war, erhielt Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) vergangene Woche eine Rückmeldung aus der Kreisbehörde. Die war allerdings negativ: "Wir wurden informiert, dass der Antrag so nicht genehmigungsfähig ist und dass wir ihn zurückziehen sollen", sagt Korneder. Man müsse nun nachjustieren und dem Landratsamt rasch einen überarbeiteten Entwurf vorlegen.

Die Gemeinde sei darauf hingewiesen worden, dass ihr im Antrag ein "Verfahrensfehler" unterlaufen sei. Demnach seien an drei Punkten die Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange - unter anderem zu Natur- und Artenschutzaspekten - nicht korrekt geprüft worden. Welche Fehler die Behörde genau bemängelt hatte, will Korneder allerdings erst in einer für Dezember oder Januar angedachten Sondersitzung des Gemeinderates öffentlich machen; auch das Landratsamt äußerte sich dazu nicht.

Das Planungsverfahren für die Windkraftanlagen in der Gemeinde Grasbrunn hatte nach einer zehnjährigen Pause heuer wieder Fahrt aufgenommen. Seit Juli sind vier Standorte in der Kommune mit insgesamt 122 Hektar Fläche für den Bau von Windrädern ausgewiesen: Zwei an der südlichen Gemeindegrenze zu Höhenkirchen-Siegertsbrunn und jeweils eine östlich der Staatsstraße 2079 sowie südlich von Keferloh nahe dem Autobahnring A 99. Diese sogenannten Konzentrationszonen waren hinsichtlich Landschafts-, Arten- und Brandschutzaspekten, Flugverkehr und Schattenwurf untersucht worden - jedoch "nicht intensiv genug", wie es laut Rathauschef Korneder vonseiten des Landratsamts hieß.

Das Nürnberger Stadtplanungsbüro TB Markert, welches die Gemeinde bei dem Großprojekt begleitet, habe nun die Aufgabe, den Antrag beziehungsweise die entsprechenden Punkte zu überarbeiten und anschließend dem Grasbrunner Gemeinderat erneut vorzulegen. "Die Fehler werden jetzt behoben", gibt sich Korneder zuversichtlich. Er hoffe, dass seine Kommune das Vorhaben schon bald weiter vorantreiben kann. Viel Zeit bleibt nicht - bis zum Februar muss die Genehmigung erfolgt sein. Das Landratsamt habe ihm aber zugesichert, den überarbeiteten Antrag nach Eingang "schnellstmöglich" behandeln zu wollen, so der Bürgermeister.

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