Corona-Bekämpfung:Landkreis lehnt Zuschüsse für PCR-Tests ab

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Die FDP rückt von ihrer ursprünglichen Forderung nach Kostenübernahme ab, findet aber auch für eine Subventionierung keine Mehrheit.

Von Stefan Galler, Landkreis

Dass sie sich mit ihrem Antrag, der Landkreis möge für die Bevölkerung kostenlose PCR-Coronatests bereitstellen, nicht würden durchsetzen können, schwante den Kreisräten der FDP offenbar schon vor der Sitzung des Kreisausschusses am Montagnachmittag. Die Rückmeldung aus der Verwaltung war entsprechend ablehnend ausgefallen, vor allem wegen der zu erwartenden Kosten von bis zu vier Millionen Euro pro Woche bei einem möglichen Anstieg der PCR-Tests um das Zehnfache. Das bewegte die Freien Demokraten dazu, ihr Anliegen deutlich zu modifizieren: Sie rückten von der Forderung der Kostenfreiheit der Tests ab, verlangten stattdessen nur eine Bezuschussung durch den Landkreis und unterstrichen die Notwendigkeit, vor dem Hintergrund des Infektionsgeschehens neben den Impf- auch die Testkapazitäten deutlich auszubauen.

"Nur impfen reicht nicht, es infizieren sich zunehmend Leute, die schon geimpft sind", sagte der Grünwalder FDP-Kreisrat Michael Ritz in der Sitzung, der sogar einen Fall schilderte, in dem sich eine Person, die bereits geboostert sei, angesteckt habe. Es sei auch volkswirtschaftlich sinnvoll, "mehr in die Vorbeugung zu investieren, als Folgeschäden in Kauf zu nehmen", sagte er. Man dürfe sich nicht hinter den hohen Kosten verstecken, schließlich gehe es "um das Wohl der Landkreisbevölkerung". Für den Fall, dass man selbst nicht günstigere Möglichkeiten für PCR-Tests anbieten wolle, müsse man zumindest den Staat auffordern, dies zu tun.

"Wir haben nicht genug Laborkapazitäten, die vorhandenen sind am Anschlag durch vulnerable Gruppen und Pooltests in den Schulen."

Landrat Christoph Göbel (CSU) vertrat eine andere Sichtweise. "Die Gretchenfrage ist, ob der Landkreis hier einspringen muss. Nein, ich sehe uns hier nicht in der Pflicht", sagte er und verwies vor allem auf die Überlastung der Testlabore. Unterstützung erhielt er von Jörg Spennemann, Geschäftsbereichsleiter Infrastruktur und Gesundheit im Landratsamt: "Wir haben nicht genug Laborkapazitäten, die vorhandenen sind am Anschlag durch vulnerable Gruppen und Pooltests in den Schulen." Laut Spennemann müsste man bei einer PCR-Testoffensive mit einer deutlichen Verzögerung der Resultate rechnen: "Wir würden jene Leute enttäuschen, die zeitnah schnelle Ergebnisse erwarten", sagte er. Deshalb würde er auch davon abraten, den Druck auf den Staat zu erhöhen, denn auch dieser würde sich der Initiative zwar womöglich anschließen, "aber auch keine neuen Labore gründen".

Letztlich sprachen sich abgesehen vom Liberalen Ritz alle anderen Ausschussmitglieder gegen eine Bezuschussung von PCR-Tests und einen Ausbau der Test-Infrastruktur aus. Man werde aber einem anderen Anliegen der FDP nachkommen und prüfen, ob man auf der Homepage des Landkreises eine übersichtlichere Information über Testmöglichkeiten anbieten sollte.

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