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Ausbildungsmesse und Corona:"Die Schüler sind da ja sehr diszipliniert"

So nah wie bei der Ausbildungsmesse vor drei Jahren werden sich Schüler und Unternehmensvertreter diesmal nicht kommen. Trotzdem haben sie die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen.

(Foto: Claus Schunk)

Gitta Svoboda organisiert unter strengen Auflagen an diesem Samstag eine Ausbildungsmesse an der Neubiberger Realschule.

Von Daniela Bode, Neubiberg

Nach einem Jahr coronabedingter Pause kann der beliebte Tag der Ausbildung an der Realschule Neubiberg in diesem Jahr wieder in Präsenz stattfinden, zum nun vierten Mal. Am Samstag, 12. Juni, sind Schüler der 8. bis 10. Klassen aus dem Landkreis zwischen 11 und 16 Uhr eingeladen, mit etwa 25 Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Vorstellen werden sich unter anderem der Chiphersteller Infineon, die Gemeinde Ottobrunn, der Versicherungsanbieter Droege aus Hamburg und die Ausbildungsoffensive Bayern der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände. Die SZ sprach mit Organisatorin Gitta Svoboda über die Vorbereitungen.

SZ: Sie haben bis zuletzt gezittert und sind sicher froh, dass der Tag der Ausbildung nun tatsächlich stattfinden kann.

Gitta Svoboda: Ja, es ist erst seit Montag klar, wie es aussieht. Aber der Ausbildungstag findet statt, wenn auch etwas anders als sonst. Froh bin nicht nur ich, sondern auch die Schulleitung, die Schüler, die Eltern und die Unternehmen.

Sie brauchen ein Hygienekonzept und müssen Ansammlungen vermeiden - die Vorbereitungen dürften eine Herausforderung gewesen sein?

Bisher fand die Veranstaltung immer in der Aula statt. Jetzt brauchten wir ein Konzept, das für alle safe ist und bei dem sich Schüler und Unternehmen sicher treffen können. Die Schüler werden versetzt kommen. Es wird nur eine kurze Begrüßung der Firmen geben, dann gehen sie jeweils in ein Klassenzimmer. Die Unternehmen haben sehr verständnisvoll reagiert, dass das nur so möglich ist. Unser Hygienekonzept ist gut - alle werden Masken tragen, es wird auf Abstände geachtet. Die Schüler sind ohnehin getestet. Herausforderung wird sein, dass die Schüler zu den Unternehmen in die einzelnen Räume gehen.

Wie setzen Sie die Vorgaben um und vermeiden, dass es Ansammlungen gibt?

Es dürfen immer nur 30 bis 40 Schüler und ihre Eltern auf einmal rein. Das wird sich dann recht schnell auf die Räume verteilen. Wir stellen jedem Aussteller eine Person zur Verfügung, die darauf achtet, dass die Abstände eingehalten werden. Auch die Schüler sind da ja sehr diszipliniert.

Haben Sie Programmpunkte verwerfen müssen, die eigentlich geplant waren?

Gitta Svoboda, Organisatorin Tag der Ausbildung Realschule Neubiberg und Vorsitzende des Fördervereins der Schule

Gitta Svoboda ist geschäftsführende Gesellschafterin der Personalberatungsfirma Top-Jobs-Europe Consulting mit Sitz in Hohenbrunn. Den Ausbildungstag organisiert sie als Vorsitzende des Fördervereins der Realschule.

(Foto: Privat)

Ja, eigentlich hätte es wie immer Vorträge der Unternehmen geben sollen. Die mussten wir leider alle streichen. Wir mussten allen Referenten sagen, dass sie ihre Vorträge umsonst vorbereitet haben. Außerdem haben etwa zehn Unternehmen abgesagt - manche, weil sie von ihrer Geschäftsführung noch keine Erlaubnis für Reisen bekommen haben.

Ein beliebtes Angebot war ja immer, dass sich ein Schulabgänger für ein mögliches Bewerbungsgespräch professionell stylen lassen konnte. Ist das heuer möglich?

Ja, aber ohne professionelle Vorstellung beim Tag der Ausbildung. Ein Schüler und eine Schülerin werden diese Woche eingekleidet, passend zum Ausbildungsberuf, den sie wählen. Samstagfrüh werden sie beim Friseur Haarem-Kraft in Ottobrunn gestylt. Sie werden wahrscheinlich beim Ausbildungstag auch vorbeikommen.

Was erwartet die jungen Menschen nun bei der Veranstaltung?

Die Schüler können direkt Kontakt zu interessanten Firmen aufnehmen. Wenn sie sich offiziell bewerben müssten, wären sie einer von vielen. So können sie sich persönlich vorstellen, vielleicht ihren Lebenslauf abgeben. Die Firmen haben dann gleich einen Eindruck. Außerdem ist es für die Schüler eine Chance, manche Ausbildungsberufe erst kennenzulernen, von denen sie vielleicht gar nichts wissen. Wenn man beispielsweise eine Ausbildung in der Pflege macht, muss man ja nicht als Pfleger arbeiten, sondern kann auch in der Administration tätig sein. Außerdem ist der Tag ein Türöffner. Mein Sohn hat gerade eine Ausbildung bei einer Firma begonnen, die sich auch einmal vorgestellt hatte.

Der eine oder andere könnte also mit einem Ausbildungsvertrag heimgehen.

Ja, es ist sowohl für die Schüler eine Chance als auch für die Firmen, an Auszubildende heranzukommen. Wir hatten jedes Mal zwei oder drei Absolventen dabei, die einen Praktikumsplatz ausloten konnten oder direkt ein Ausbildungsangebot erhalten haben.

© SZ vom 11.06.2021
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