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Hostaria Rò e bunì:Zutaten aus Bio-Betrieben

Restaurant "Hostaria Ro e buni" in München, 2015

So sieht die "Hostaria Rò e bunì" in der Kaiserstraße von innen aus.

(Foto: Stephan Rumpf)

Nachdem die Teigwaren auch in kleineren Portionen zu haben waren, blieb doch noch etwas Appetit auf die Hauptspeisen. Ob gebratenes Kalbskotelett mit Salbeibutter (19 Euro) oder Entrecote: Jede Form carnivorischer Gelüste findet hier ihre Erfüllung. Die frei wählbaren Beilagen, ob Ofenkartoffeln oder Spinat, waren zudem nicht nur Beiwerk, sondern ähnlich wie die Antipasti mit Hingabe zubereitet. Auch stammt das Fleisch, die Speisekarte weist ausführlich darauf hin, so wie alle anderen Zutaten, aus bio-zertifizierten Betrieben.

Auch mit Fisch kann die Küche umgehen

Auch mit Fisch kann die Küche des Rò e bunì umgehen. Eine stattliche, frische Seezunge zum Beispiel war makellos gegrillt, und ihre Ausmaße hätten eine komplette Kleinfamilie sattbekommen (25 Euro). Doch blieb der Eindruck, dass man mit den Fleischspeisen dem Können dieser Küche mehr abgewinnt. Die Emilia Romagna ist eben nicht Ligurien. Calamari in Form etwas lieblos gebratener Tintenfischtuben (14,90 Euro) setzten bei uns zum Beispiel nicht die gleichen Endorphine frei wie das rustikalere Kalbskotelett.

Unerfüllt blieb bei unseren Besuchen die Hoffnung, das von Bekannten euphorisch gepriesene Ossobuco zu kosten. Die in Gemüse geschmorten Beinscheiben vom Kalb sollen eine wahre Sensation sein, stehen aber leider nur unregelmäßig auf der Wochenkarte. Als Abschluss wählten wir eine Panna cotta (7,50 Euro), die zu unserer Freude mit frischen, eingelegten Rhabarberstücken garniert wurde und ohne diese Fruchtsaucen aus dem Fläschchen.

In Sachen Wein vertrauten wir uns vorbehaltlos dem Ratschlag des - generell außerordentlich aufmerksamen - Wirts an, natürlich nicht ohne die eigene Präferenz ("kräftig, dunkel, fruchtig, eher Brombeere als Pfirsich"), übermittelt zu haben. Die daraufhin entkorkte Flasche, ein "Vigna Pedale" der Kellerei Torrevento aus dem Castel del Monte, Jahrgang 2010, aus der in Apulien heimischen Rebsorte Uva di Troia gekeltert, hat alle Wünsche an Fülle und Frucht erfüllt. Bei einem weiteren Besuch bestellten wir zielstrebig genau diese Flasche noch mal. Never change a winning wine.