Konzerte München:Versponnene Klanglandschaften

Konzerte München: Tief romantisch: Die Pianistin und Komponistin Laura Konjetzky.

Tief romantisch: Die Pianistin und Komponistin Laura Konjetzky.

(Foto: Regine Heiland)

Das Schwere Reiter ist Münchens außergewöhnlichster Raum für Kammermusik. Zum Abschluss der ersten Konzertreihe dieses Jahres zeigt sich das an drei Abenden exemplarisch.

Von Rita Argauer

it dem Werksviertel entsteht am Münchner Ostbahnhof gerade ein neues Kreativviertel. Dass Räume für Kreativität aber bisweilen vielleicht gar nicht so durchgeplant und -konstruiert sein müssen, zeigt sich in dieser Woche jedoch verstärkt im Münchner Westen.

Das Kreativquartier an der Dachauer Straße hat mit dem Schwere Reiter wohl den schönsten Münchner Raum für neue wie alte und für experimentelle wie gemütliche Kammermusik. Nun endet die erste Konzertreihe des Jahres 2017 dort mit drei Veranstaltungen, die dieses Spektrum exemplarisch aufzeigen.

Der Musiker Andreas Skouras ist als Virtuose am Cembalo für seine herausragenden Interpretationen Alter Musik bekannt. Unter dem Titel "Organisation und Dekonstruktion" spielt er nun am Donnerstag, 2. März, zeitgenössischen Musik. So bürokratisch dieser Titel wirkt, so frei wird in diesem Programm für Klavier solo jedoch herumgesponnen.

Etwa in der Münchner Erstaufführung von Bernhard Ganders "Peter Parker". Benannt nach Spidermans bürgerlicher Existenz wird darin der Übergang vom Mensch zum Superhelden vertont. In der Uraufführung von Günter Kochans "Bagatellen und Interludien" geht es dann eher ums Ordnen, wenn die 14 Miniaturen unter Tempo- und Ausdrucksbezeichnungen gelistet sind, die man aus der Romantik kennt.

Im anschließenden Konzert wird die herkömmliche kammermusikalische Ordnung am Samstag, 4. März, dann aber schon der Besetzung wegen durcheinander geworfen. Als Duo2KW präsentieren der Bratscher Klaus-Peter Werani und Kai Wangler am Akkordeon das erste Konzert ihrer neuen Reihe. Da es traditionsgemäß eher wenige Werke für deren Besetzung gibt, haben die beiden Musiker Kompositionsaufträge vergeben, unter anderen an Ulrich Kreppein und Fredrik Zeller, deren Stücke nun uraufgeführt werden.

Während diese beiden Konzerte jedoch die traditionelle Schere von Interpret zu Komponist noch beibehalten, wird diese von Laura Konjetzky im abschließenden Konzert der Reihe auch noch zerwirbelt (Sonntag, 5. März). Die Münchner Komponisten ist am Klavier zugleich ihre eigene Interpretin und Ensemble-Leiterin. Ihr Thema ist mit "Traumlandschaft" jedoch ein zutiefst romantisches. In Werken, die zwischen 2010 und 2017 entstanden sind, widmet sie sich der Nacht, dem Schatten, dem Traum und irrlichternden Gegenentwürfen zur Realität.

Konzerte Schwere Reiter, Do./Sa./So., 2./4./5. März, 20 Uhr, Dachauer Str. 114, 089 / 21 89 822

© SZ vom 02.03.17/bhi
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