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Kinderbetreuung:München bekommt fast 30 Millionen Euro für Kitaplätze

Kindertagesstätte in NRW

Insgesamt sollen für die Kinderbetreuung in Bayern 178 Millionen Euro extra zur Verfügung stehen.

(Foto: dpa)
  • Die Stadt erhält vom Freistaat fast 30 Millionen Euro für knapp 1800 neue Kitaplätze.
  • Bayern will mehr Geld in den Ausbau der Kinderbetreuung investieren.
  • Das Besondere an dem neuen Programm ist, dass erstmals nicht nur Plätze für unter Dreijährige gefördert werden sollen.

Der Freistaat Bayern steckt mehr Geld in den Ausbau der Kinderbetreuung - und auch München profitiert davon. Fast 30 Millionen Euro bekommt die Stadt für knapp 1800 neue Plätze für Kinder im Krippen- und Kindergartenalter, wie Familienministerin Emilia Müller (CSU) erklärt.

Das Besondere am neuen Investitionsprogramm ist, dass erstmals nicht nur neue Plätze für unter Dreijährige gefördert werden, sondern auch für Kindergartenkinder. Das ist vor allem für Kommunen wie München interessant, die ihr Betreuungsangebot wegen der anhaltend hohen Geburtenrate und des Bevölkerungszuwachses ständig ausbauen müssen.

Im November erst hat der Bildungsausschuss des Stadtrats wieder ein ganzes Paket beschlossen. Fünf neue Kitas sollen für 26,3 Millionen Euro entstehen, sie bringen 544 Plätze mehr. Seit 2011 hat die Stadt gut 281 Millionen Euro im Kita-Bereich verbaut.

Bisher bekam München von Bund und Freistaat lediglich 37 Prozent der Kosten erstattet. Das neue, im Sommer beschlossene Bauprogramm gewährt nun einen zusätzlichen Zuschuss von 35 Prozent. Ärmere Kommunen können sich sogar bis zu 85 Prozent der Kosten erstatten lassen.

Mit dem Programm, das bis 2020 läuft, will die Staatsregierung vor allem inklusive Einrichtungen ausbauen und dem Bedarf von Flüchtlingskindern gerecht werden. Insgesamt stünden 178 Millionen Euro extra zur Verfügung - für ganz Bayern. "Wir wollen eine maßgeschneiderte Kinderbetreuung in allen Teilen Bayerns und höchste Qualität in den Kindertageseinrichtungen", sagt Müller.

Doch der Bedarf im Freistaat ist unterschiedlich. Gerade in Ballungsräumen wie München wollen zum einen gut ausgebildete Frauen bald wieder in ihren Beruf einsteigen. Zum anderen sind wegen der hohen Lebenshaltungskosten viele Familien auch auf zwei Einkommen angewiesen.

Vor allem das Krippenangebot ist seit der Jahrtausendwende stark gewachsen. Gab es im Jahr 2000 nur für 13 Prozent der unter Dreijährigen einen Krippenplatz, so stehen heute rein rechnerisch für 45 Prozent von ihnen Plätze bereit. Der Stadtrat will weiter ausbauen, bis es für 60 Prozent aller Kinder bis drei Jahre ein Angebot gibt. Bayernweit waren stets 35 Prozent angestrebt. Mittlerweile aber spricht Müller davon, dass das Ziel sei, den Bedarf vor Ort zu decken.

© SZ vom 13.12.2017/amm

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