Studie zu Hebammenmangel Wenn sieben Hebammen absagen

Das Geburtshaus an der Theresienwiese kümmert sich um werdende Mütter und ihre Kinder. Insgesamt leidet München aber unter einem großen Hebammenmangel.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Eine neue Studie belegt den Hebammenmangel in Bayern.
  • In München ist die Not besonders groß, hier hat fast ein Drittel der werdenden Mütter keine Geburtsvorbereitung durch eine Hebamme.

In Oberbayern steigt die Zahl der Geburten stetig an, doch für werdende Mütter wird es dort immer schwieriger, eine Hebamme zu finden - insbesondere in München. In der Landeshauptstadt gaben laut einer neuen Studie 30 Prozent der befragten Mütter an, dass sie mehr als sieben Hebammen kontaktieren mussten, um überhaupt eine geeignete Betreuung für sich und ihr Kind zu bekommen; bayernweit waren es nur vier Prozent.

Absagen von Hebammen seien oftmals damit begründet worden, dass diese "aus zeitlichen Gründen" die Betreuung nicht übernehmen konnten. Auffallend hoch ist mit 29 Prozent auch der Anteil der Münchner Mütter, die 2016 vor der Geburt auf eine individuelle Betreuung durch eine Hebamme verzichtet haben, weil alle angefragten "schon ausgebucht waren", wie aus der aktuellen Studie des Berliner IGES-Instituts im Auftrag des Gesundheitsministeriums hervorgeht.

Fast jede dritte Mutter gab dies als Grund an. Mit anderen Worten: Die Frauen hätten zwar gerne auf die Hilfe einer Hebamme zurückgegriffen, doch zu oft bekamen sie Absagen und gaben schließlich auf. Gleiches gilt für die Wochenbettbetreuung nach der Geburt, auch diese nahmen Münchner Mütter seltener in Anspruch als jene in anderen Landesteilen.

In der Studie heißt es: "Aus regionaler Sicht scheint es insbesondere in München den Hebammen nicht mehr möglich, die Nachfrage der Frauen nach einer Hebammenversorgung vollumfänglich zu bedienen." Vor allem sozial benachteiligte Frauen seien davon betroffen. Doch auch im restlichen Bayern sind solche Probleme offenkundig.

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