Schwabinger gewinnen deutschlandweiten Wettbewerb:Beste Nachbarn

Die gute Stube

Heimelig: die "Gute Stube" in Schwabing.

(Foto: Privat)

Die "Gute Stube" in einem ehemaligen Kloster siegt in der Kategorie "Generationen".

Von Ellen Draxel

Steffi und Micha platzen fast vor Stolz. "Wir freuen uns irre, das ist unbeschreiblich, einfach unglaublich", sprudelt es aus Steffi nur so heraus. Am Mittwoch waren die beiden in Berlin, um die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung für den Deutschen Nachbarschaftspreis der Stiftung nebenan.de entgegenzunehmen. Mehr als ein Viertel der knapp 700 Bewerbungen in diesem Jahr waren auf die Themenkategorie Generationen entfallen- und die Schwabinger haben das Rennen gemacht.

Steffi Leitz und Michael Berndt, wie die beiden mit vollem Namen heißen, haben vor ein paar Jahren im Gebäude eines alten Klosters an der Schleißheimer Straße 278 einen Treff "für Münchner Senioren und alle, die es werden wollen", gegründet. "Die gute Stube", wie sie den geselligen Zweitwohnsitz damals einladend nannten, war von Anfang an eine Anlaufstelle für alle, die der Einsamkeit entfliehen und wieder aktiv werden wollten. Hunderte haben den Treff mittlerweile schon besucht, viele kommen regelmäßig. Inzwischen gibt es auch nicht mehr nur die eine große Stube, in der Menschen aller Altersklassen gemeinsam kochen, ratschen und debattieren. Sondern zusätzlich noch eine Musikstube mit Schlagzeug, E-Gitarre und Keyboard, eine Bastelstube mit einem Riesenarsenal an Stoffen, Farben und Bastelzubehör, eine Schreib-, Werk- und eine Sportstube mit Fitnessgeräten.

"In Planung sind außerdem eine Näh- und eine Lesestube", verrät Ideengeberin Steffi. Und auch der "Stubengarten", ein idyllischer Hof, in dem Feste gefeiert werden und der das Beisammensein der Stübler trotz Pandemie zumindest zeitweilig überhaupt erst möglich gemacht hat, soll mithilfe des Preisgelds mit einer Terrasse und einer Außenküche attraktiver gestaltet werden. Zuletzt gab es dort eine Halloween-Party im Stil des Musicals "Phantom der Oper", mit grün beleuchtetem Kloster im Hintergrund und in lila Licht flackernden Fichten. Jetzt aber stehen erst einmal die Weihnachtsmärkte an den vier Adventswochenenden, die Weihnachtstage und Silvester vor der Tür. "Um diese Feiertage gebührend feiern zu können", sagt Steffi Leitz und lacht, "hilft das nötige Kleingeld schon sehr".

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