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Gräfelfing/Planegg/Neuried:Schippen, sammeln, reklamieren

In Gräfelfing ist das Vorwärtskommen noch stellenweise mühsam.

(Foto: Robert Haas)

Während die Lage im Würmtal weitgehend beherrschbar bleibt, helfen die Feuerwehren in Nachbar-Landkreisen aus

Am Wochenende ist zwar weiterer Schneefall zunächst ausgeblieben, doch es ist nur scheinbar Ruhe in den Würmtal-Kommunen eingekehrt. Das einsetzende Tauwetter hat die Schneelast auf den Dächern noch verstärkt und so waren die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden Gräfelfing, Planegg und Neuried fast rund um die Uhr in benachbarten Gemeinden und Landkreisen im Einsatz. Hilfskontingente waren am Samstag und Sonntag in Unterhaching, in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach dabei, Dächer von der Schneelast zu befreien. Die Drehleitern der Planegger und Gräfelfinger kamen in Miesbach bei der Schneelastmessung zum Einsatz. "In Gräfelfing ist die Lage entspannt, nirgends ist die maximale Traglast erreicht", sagte Thomas Hickel von der Feuerwehr Gräfelfing am Sonntagvormittag. In Neuried wurden mehrere Vordächer von Schnee befreit und nach einer Lastenmessung auch das Containerdach des Bauamts. Die Schulen bleiben im Landkreis München auch am Montag geschlossen. Es gebe weiterhin Schneebruchgefahr an Bäumen, auch Wege und Straßen seien noch von Eis bedeckt, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde Gräfelfing. Am Montag soll die Situation neu bewertet werden.

Der heftige Schneefall in der vergangenen Woche hat die Gemeinde Gräfelfing auch beim Konfliktmanagement gefordert. Sobald es schneit, gehen Beschwerden ein, die mangelhaft geräumte Wege beklagen - das sei in der vergangenen Woche nicht häufiger geschehen als in anderen Wintern, sagte Ulrich Seyfferth, Geschäftsleiter der Gemeinde. Eine Reklamation fällt jedoch aus dem Rahmen: Ein Bürger habe eine Dienstaufsichtsbeschwerde angedroht, weil er wegen ungeräumter Wege nicht mit dem Auto zu seiner Arbeitsstelle gekommen sei, berichtete Bürgermeisterin Uta Wüst.

Zunehmend ändere sich der Tonfall, in dem Rügen vorgetragen würden: Die Bürger hätten eine große Anspruchshaltung. Gelegentlich kommt es auch unter Anwohnern zu Konflikten. So gibt es auf einem Grundstück ein vorderes und ein hinteres Haus. Beide Anwohner müssten sich das Räumen des Gehsteigs teilen. Einer weigerte sich jedoch Schnee zu schippen - dann darf die Gemeinde eine Lösung anordnen, "das war mir auch neu", sagte Bürgermeisterin Wüst. Unklar sei zum Teil auch, wer für das Schippen in den sanierten Straßen zuständig ist, die mit einem Multifunktionsstreifen ausgestattet sind, bei denen es also keinen eindeutig markierten Gehweg mehr gibt.

Andere lassen sich nicht beirren. So fand die Christbaum-Sammelaktion der Jungen Union und der CSU Neuried am Wochenende trotzdem statt, auch wenn sie mühevoll war: Bäume mussten von Schnee befreit und über hohe Schneewehen gewuchtet werden.