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Gärtnerplatzviertel:Mann drohte mit Sprung von Baukran

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Die Baustelle am Gärtnerplatztheater wurde von der Polizei abgesperrt.

(Foto: SZ)

Ein Asylbewerber aus Syrien drohte mitten in München vom Ausleger eines Krans zu springen. Nach Angaben der Münchner Polizei handelte es sich um denselben Mann, der schon Anfang August mehrere Stunden auf einem Baukran ausgeharrt hatte.

Stundenlang hielt ein Mann am Gärtnerplatz in München Polizei und Rettungskräfte in Atem. Der Asylbewerber aus Syrien drohte, vom Ausleger eines Baukrans zu springen. Am frühen Samstagnachmittag konnte ihn ein Psychologe zum Aufgeben überreden.

Nach Angaben der Münchner Polizei handelte es sich um den 31-jährigen Mann, der bereits Anfang August mehrere Stunden auf einem Kran ausgeharrt hatte. Damals hatte der Mann gedroht, sich in die Tiefe zu stürzen, wenn seine Familie nicht zu ihm nach Deutschland kommen dürfe.

Seit etwa 9 Uhr am Samstagmorgen soll sich der Mann auf dem Kran in der Klenzestraße befunden haben. Von der Straße aus war zu sehen, wie der Mann in etwa 40 Meter Höhe auf dem Kranausleger balancierte. Wieso es soweit kommen konnte und inwieweit der Kran am Rande einer Baustelle am Gärtnerplatz nicht ausreichend gesichert war, ist nun zu klären. Das Theater wird derzeit grundsaniert und ist bis 2015 eine Großbaustelle.

Schon am Vormittag war der Gärtnerplatz teilweise abgeriegelt worden. Polizei- und Feuerwehrwagen standen auf der gesperrten Straße um den Platz, Fußgänger durften ihn nicht mehr betreten. Einsatzkräfte fuhren auf einem Feuerwehrkran nach oben, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Laut Polizeisprecher Christoph Reichenbach waren auch Psychologen und ein arabischsprechender Dolmetscher vor Ort, die mit dem Mann Kontakt aufnehmen konnten.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben uns entschieden, in der Regel nicht über Selbsttötungen oder Versuche dessen zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Die Berichterstattung gestalten wir deshalb bewusst zurückhaltend, wir verzichten weitgehend auf Details. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Suizide.

Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

© Süddeutsche.de/dd/liv

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