Areal an der Appenzeller Straße:Umstrittenes Bauprojekt genehmigt

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Areal an der Appenzeller Straße: Schon seit vielen Jahren wird über die geplante Nachverdichtung in Fürstenried diskutiert.

Schon seit vielen Jahren wird über die geplante Nachverdichtung in Fürstenried diskutiert.

(Foto: Robert Haas)

Gegen die geplante Nachverdichtung in Fürstenried West gab es heftige Proteste einer lokalen Bürgerinitiative. Der Stadtrat gibt dennoch grünes Licht für 662 neuen Wohnungen.

Von Jürgen Wolfram

Der Weg ist frei für die Nachverdichtung in Fürstenried-West: Mit lediglich zwei Gegenstimmen hat der Stadtratsausschuss für Stadtplanung und Bauordnung den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Appenzeller Straße gefasst. Damit setzte das Gremium einen Schlusspunkt unter die Planungen für das umstrittenste Bauvorhaben im Münchner Südwesten der vergangenen Jahre.

Bis zuletzt hatte der Stadtteilverein Pro Fürstenried gegen die Dimensionen des Projekts protestiert. Im Gebiet um Appenzeller Straße, Forst-Kasten-Allee, Graubündener Straße und Bellinzonastraße sollen 662 zusätzliche Wohnungen entstehen; 1500 Wohnungen sind dort bereits vorhanden. Nach einem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb waren in dem 13,5-Hektar-Areal zunächst nur 540 weitere Wohnungen vorgesehen. Die nachträgliche Aufstockung hatte die Kritik ebenso verstärkt wie geplante Gebäudehöhen bis zu 56 Meter. Bei einer Bestandsmehrung um rund 45 Prozent könne von einer "baulichen Ergänzung" keine Rede mehr sein, moniert Pro Fürstenried. Hier liege ein Fall "übermäßiger, unverträglicher Nachverdichtung" vor, die den Charakter einer gewachsenen, sozial funktionierenden Siedlung beschädige.

Bauherrin ist die Bayerische Versorgungskammer (BVK), die das Projektmanagement an die Hines Immobilien GmbH übertragen hat. Der Stadtrat hatte eine weitere Überarbeitung des Entwurfs unter anderem mit der Begründung abgelehnt, auf diese Weise würde der Bau dringend benötigten Wohnraums gravierend verzögert. Lediglich die Vertreter der Linken und der ÖDP/München-Liste votierten bis zuletzt gegen die Vorlage. Stadträtin Micky Wenngatz (SPD), die in der Gegend wohnt, pries den "schönen zentralen Quartiersplatz", der dem Viertel nun beschert werde.

Unmittelbar nach der Ausschuss-Entscheidung meldeten sich Vertreter von Pro Fürstenried erneut zu Wort. Sie kritisierten, dass nach dem Hochhausbau viele Wohnungen des Viertels so stark verschattet würden, dass von gesunden Wohnverhältnissen keine Rede mehr sein könne. Den Abbruch eines viergeschossigen Wohnhauses, um an dessen Stelle noch ein Hochhaus in die Gegend zu pflanzen, hält der Verein für absolut inakzeptabel. Ähnliches gelte für den Wegfall eines Radweges sowie für die bevorstehende Fällung von 180 Bäumen.

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