Gefahr in Badeseen Blaualgen im Olchinger See

Nach dem Starnberger See sind nun auch im Olchinger See Blaualgen aufgetaucht. Doch eine Gefahr für die Badenden besteht bislang nicht.

Von A. Ostermeier, A. Greune, S. Salger

Im Olchinger See gibt es Blaualgen. Allerdings ist die Konzentration so gering, dass nach Auskunft von Rudolf Summer, Chef des Gesundheitsamtes in Fürstenfeldbruck, keinerlei Gefährdung für Badende besteht. Ein Warnhinweis sei nicht nötig, sagte Summer am Freitag der SZ.

Für die Badenden besteht im Olchinger See bislang noch keine Gefahr.

(Foto: region.ffb)

Ganz anders sieht es derzeit im Hafenbecken des Bayerischen Yachtclubs am Starnberger See aus. Dort treibt ein grünlich schillernder Film zwischen den Booten. Was zunächst von Badenden als Ölteppich gemeldet wurde, hat sich ersten Tests zufolge als Blaualgen herausgestellt. Diese Organismen können als Inhaltstoffe hochtoxische Nervengifte bilden. Welches Risiko von ihnen ausgeht, hängt aber von der Algenkonzentration ab. ",An den Stellen, wo die Algen erkennbar sind, sollte man besser nicht direkt ins Wasser gehen"', sagt Harald Staskiewicz, Leiter des Starnberger Gesundheitsamts, auch wenn er für Badende derzeit "keine erkennbare Gefahr"' sieht.

Nach Auskunft von Eduard Pöhlmann von der Gemeindeverwaltung Olching zeigen sich auf der Oberfläche des Sees öfters Schlammfladen. Sie entstehen aus vermoderndem Laub, das vom Seegrund hochsteigt. An diesen Schlammfladen haften auch in geringem Maße Blaualgen. Diese haben sich 2008 stark vermehrt, im vergangenen sowie in diesem Jahr haben die Blaualgen jedoch wieder abgenommen.

Eben diese Schlammfladen dienen den Blaualgen als Nährstoffbasis. Deswegen sollten sie nach Aussage von Summer auch entfernt werden. "Mittelfristig nicht ideal" nennt er die Situation des Olchinger Sees. In den nächsten Jahren müsse auch verhindert werden, dass allzu viel neues Laub in das Gewässer gerät. Geschehe nichts, dann könnte der See umkippen, sagte Summer. Nach Auskunft des Leiters des Gesundheitsamts ist der See momentan "erstaunlich nährstoffarm", was die Ausbreitung der Algen eindämmt.

In Olching wird darüber nachgedacht, ob man eine sehr flache Uferzone, an der das Wasser sehr warm wird, vertieft oder die Schilfzone vergrößert. Schilf sowie Wasserpflanzen verhindern die Ausbreitung der Blaualgen, weil sie mit ihnen um die selben Nährstoffe konkurrieren. Am Germeringer See gibt es auch deshalb wenig Probleme mit den Algen, weil dort viel Schilf angepflanzt worden ist.

Ein Vorkommen der Blaualgen im Starnberger See ist ziemlich ungewöhnlich: Staskiewicz ist "bisher noch keine Blaualgenproblematik bekannt". Für den Deixlfurter Weiher hingegen musste zuletzt 2006 ein Badeverbot erlassen werden, nachdem extrem hohe Blaualgenkonzentrationen das Wasser trübten und Schlieren bildeten, so dass die Gefahr von Hautreizungen und Bindehautentzündungen bestand. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Algen Toxine bilden, die Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Atemnot auslösen.