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Pläne für Juni:Verkaufsoffener Sonntag am Rosentag

FREISING: Passanten tragen Mundschutz / Maske in der Unteren Hauptstrasse / Historische Altstadt / Zentrum / Fussgängerzone
(Foto: Johannes Simon)

Der Freisinger Finanzausschuss sieht darin eine Möglichkeit, die von der Krise gebeutelten Geschäftsleute zu unterstützen.

Von Peter Becker, Freising

Palmdult, Kirchweihdult - die beiden Märkte in der Freisinger Innenstadt kurz vor Ostern und im Oktober sind stets von verkaufsoffenen Sonntagen begleitet. Ob in diesem Jahr eine dieser Veranstaltungen stattfinden kann, hängt von der Corona-Lage ab. Je nach deren Entwicklung könnte 2021 ein neuer verkaufsoffener Sonntag stattfinden, nämlich am Rosentag, der dazu eigens von einem Samstag auf den 20. Juni verlegt werden soll. Das hat der Finanzausschuss des Freisinger Stadtrats gegen die Stimme von Guido Hoyer (Linke) beschlossen.

Verkaufsoffene Sonntage bedürfen aus rechtlicher Sicht eines besonderen Anlasses

Anlass dafür, dass sich die Rechtsabteilung im Rathaus mit der Materie befasste, waren zwei Anträge. Einer stammt von Jens Barschdorf (FDP), der "Leben in die Freisinger Innenstadt holen will". Der andere kommt von der City- und Centermanagement Weimar GmbH, welche zwei verkaufsoffene Sonntage, einen im Oktober, den anderen im Dezember, in den Schlüterhallen stattfinden lassen möchte.

Stadtjustiziarin Hanna Sammüller-Gradl bezeichnete die Angelegenheit als "juristisch komplex". Maximal wären vier verkaufsoffene Sonntag pro Jahr möglich. Die darf die Stadt nicht einfach nach Gutdünken veranstalten, sondern dazu bedarf es jeweils eines besonderen Anlasses. Das sind praktisch die Dulten. Dass die Geschäfte in der unmittelbaren Umgebung dazu aufmachen dürfen, dient im Prinzip der Versorgung der Dultbesucher. Der Shoppinggedanke darf nicht im Vordergrund stehen. Barschdorf hätte sich zwei Märkte in der Luitpoldanlage vorstellen können. Zu denen sollten verkaufsoffene Sonntage in der Innenstadt stattfinden.

Weitere Vorschläge: den vielbesuchten Stoffmarkt in die Innenstadt verlegen, zusätzlich Lohnaufschläge zahlen

Die Luitpoldanlage befindet sich aber nicht in unmittelbarer Nähe zu dieser. Ähnliches gilt für die Schlüterhallen. Diese liegen ebenfalls nicht im näheren Umgriff der Stadt. Der beantragte 3. Oktober würde mehr oder weniger mit der Kirchweihdult in der Innenstadt kollidieren. Der Termin im Dezember geht gar nicht: Sonn- und Feiertage im Dezember werden generell nicht freigegeben. Dazu kommt laut Sammüller-Gradl, dass die guten Beschicker in ihrer Wochenendplanung ausgebucht sind und nicht zur Verfügung stehen. Als Kompromiss, dem auch Barschdorf zustimmte, wurde der Rosentag gewählt.

Der sei eine gute Verknüpfung, sagte Zweite Bürgermeisterin Eva Bönig (Grüne), wenn man den Geschäften etwas Gutes tun wolle. Richard Grimm (FW) meinte, durch verkaufsoffene Sonntage allein sei die Innenstadt nicht zu retten. Für das Personal müssten Lohnaufschläge gezahlt werden. Andreas Mehltretter (SPD) hält den Rosentag aufgrund seines Bekanntheitsgrades "für eine gute Idee". Nach Auffassung von Robert Weller (FW) gehen die Leute an den verkaufsoffenen Sonntagen in die Stadt, um das schöne Wetter zu genießen oder Bekannte zu treffen - aber nicht, um an den Ständen "das billige Zeug zu kaufen". Besser wäre es, den Stoffmarkt mit seinen Tausenden Besuchern in die Innenstadt zu verlegen. Hoyer fand, dass zwei verkaufsoffene Sonntag reichten. Die Stadt solle einer Wettbewerbsverzerrung nicht die Hand reichen.

© SZ vom 17.03.2021/ilos
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