SZ-Leser spenden Millionen Hoffnungsschimmer in großer Not

Einen Scheck über 500 Euro hat Landrat Josef Hauner der Freisinger Redaktionsleiterin Kerstin Vogel übergeben. Bislang sind mehr als 5,4 Millionen Euro Spenden zusammengekommen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Auch im Landkreis Freising leben Rentner und Alleinerziehende in Armut. Mit den Spenden der SZ-Leser - bislang sind mehr als 5,4 Millionen Euro zusammengekommen - können diese Menschen unterstützt werden.

Von Gudrun Regelein, Freising

5 445 037, 36 Euro: Diese Summe - und damit 108 000 Euro mehr als im Vorjahr - haben die SZ-Leser bislang bei der 70. Aktion des "Adventskalender für gute Werke", dem Hilfswerk der Süddeutschen Zeitung, gespendet. Da der Süddeutsche Verlag alle Sach- und Verwaltungskosten trägt, geht die gesamte Summe ohne Abzüge an Hilfsbedürftige in München und in der Region. Auch im Landkreis Freising konnten mit den Spenden der Leser viele notleidende, kranke und behinderte Menschen und karitative Projekte unterstützt werden. In diesem Jahr lag der Fokus auf alten und kranken Menschen, auf Menschen mit einer Behinderung und auf Kindern aus armen, bildungsfernen Familien.

Im Landkreis Freising gebe es eine immer größere Zahl an Menschen, die eigentlich Unterstützung brauchen, sagt Beate Drobniak, Leiterin der Diakonie Freising. "Bei alleinerziehenden Frauen beispielsweise reicht das Geld oft nicht aus. Die schrammen an der Grenze entlang, verdienen zu viel, um eine aufstockende Leistung beantragen zu können, aber dennoch zu wenig, um gut über die Runden zu kommen." Auch viele Rentner lebten in Armut und könnten sogar ihre Grundbedürfnisse nicht mehr abdecken. Viele müssten trotz ihrer angespannten finanziellen Situation noch Zusatzleistungen für ihre Gesundheitsversorgung zahlen. "Die müssen dann abwägen, was wichtiger ist: die Heizkostenrechnung zu bezahlen, oder sich die eigentlich unbedingt notwendige neue Brille zu leisten."

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Beschämend und nicht akzeptabel

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Drohende Obdachlosigkeit ist zunehmend Thema

Bei ihren Klienten sei zunehmend die Wohnungsnot - beziehungsweise die drohende Obdachlosigkeit - Thema in der Beratung. Wie bei Josef Schwaiger (Name geändert): Der 84-Jährige ist wohnungslos. Im Oktober musste der Rentner aus der Wohnung, in der er viele Jahre lang mit seiner Lebensgefährtin gelebt hat, ausziehen. Die kleine Gemeinde, in der er seit langem wohnt und die für seine Unterbringung zuständig ist, verwies ihn damals nicht in eine Notunterkunft, sondern mietete für ihn ein Pensionszimmer. Auf gerade einmal sieben Quadratmetern lebt Josef Schwaiger nun schon seit etwa drei Monaten. Für ihn sei es die Hölle auf Erden, sagt er verzweifelt. "Die Umstände, in denen er momentan lebt, sind definitiv nicht akzeptabel", sagt Beate Drobniak.

Bis zu dem Tod seiner Lebensgefährtin vor gut drei Monaten kümmerte sich Josef Schwaiger um sie. Danach ging alles sehr schnell: Er bekam einen Brief vom Eigentümer mit der Aufforderung, die Wohnung zu räumen. Zwei Wochen wurden Josef Schwaiger dafür Zeit gegeben. Seine Lebensgefährtin hatte zwar ein Wohnrecht auf Lebenszeit, nicht aber er. Der Rentner war vollkommen hilflos. Zu der Trauer um seine Partnerin kam der Verlust der Wohnung. Viel Geld hat er nicht, es reichte immer gerade so, um über die Runden zu kommen. "Armut im Alter ist beschämend, aber inzwischen auch im eigentlich wohlhabenden Landkreis leider eine Realität", sagt Drobniak.

Spendengelder stopfen Löcher

Inzwischen gibt es für Josef Schwaiger zumindest einen Hoffnungsschimmer: In einigen Tagen kann er sich gemeinsam mit seinem Betreuer von der Diakonie eine Einrichtung für Betreutes Wohnen anschauen. Dort wurde ein Platz frei - und dann wäre er endlich aus der Pension raus, unter Menschen und in Betreuung. Mit den Spenden aus dem SZ-Adventskalender will er sich dann notwendige Kleidung kaufen und Einrichtungsgegenstände für sein neues Zuhause besorgen. Dank der vielen großzügigen Spenden der SZ-Leser kann nicht nur Josef Schwaiger, sondern auch vielen anderen bedürftigen Menschen geholfen werden.

Auch die Leiterin der Diakonie Freising ist froh um diese finanzielle Unterstützung: "Mit den Spendengeldern können wir Löcher stopfen. Das hilft, akute Krisen zu bewältigen und aus einer schwierigen Situation herauszufinden."

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