Nordmanntanne oder Blaufichte Der optimale Weihnachtsbaum

Knapp vier Wochen vor Weihnachten hat Forstminister Helmut Brunner, CSU, offiziell die Christbaumsaison im Freistaat eröffnet. Auf dem Hof der Familie Heckerl in Mauern fällte er symbolisch einen Baum.

(Foto: Marco Einfeldt)

Forstminister Helmut Brunner eröffnet in Mauern die bayerische Christbaumsaison und wirbt für regionale Erzeuger.

Von Katharina Aurich, Mauern

Der heimische Christbaum liegt voll im Trend, allerdings wächst er nicht im Wald, sondern auf einer Plantage. Über die Hälfte der jährlich in Bayern verkauften vier Millionen Weihnachtsbäume stammen inzwischen aus regionaler Erzeugung, freute sich Forstminister Helmut Brunner am Mittwoch beim Start der bayerischen Christbaumsaison in Mauern.

Auch der Weihnachtsbaum von Alfred Fuchs, Leiter des Freisinger Forstamtes, kommt selbstverständlich aus einer regionalen Plantage. Er solle gut riechen, schön aussehen und lange halten, beschreibt Fuchs seinen optimalen Weihnachtsbaum. Bei ihm stehe jedes Jahre eine große Nordmanntanne im Wohnzimmer, die er auch heuer beim selben Händler wie jedes Jahr kaufe. Bei der sei er sich sicher, dass es sich um ein heimisches, frisches Exemplar handle. Bis Maria Lichtmess, das ist der 2. Februar, solle der geschmückte Baum dann stehen, im Ständer mit Wasser versorgt, so dass er lange nicht nadele. Die Blaufichten dagegen hielten nicht so lange, schon nach kurzer Zeit begännen die Nadeln zu rieseln, schildert Fuchs.

Die natürlich gewachsenen Bäume haben weniger Nadeln

Im Freisinger Staatsforst würden keine Bäume für Weihnachten geschlagen, höchstens als Spende für den Freisinger Weihnachtsmarkt oder Zweige für die Dekoration der Stände. Die natürlich gewachsenen Bäume könnten vom Aussehen her auch nicht mit denjenigen aus den Plantagen konkurrieren, da sie oftmals nur wenig Nadeln hätten. In seiner Kindheit sei man allerdings noch in den Wald gegangen, erinnert sich Fuchs, der aus dem Bayerischen Wald stammt und habe sich aus dem Wald der Eltern oder auch mal aus dem des Nachbarn einen schönen Baum geholt.

Das Christbaumgeschäft ist für die heimischen Landwirte eine langfristige Sache, mindesten fünf, oftmals zehn Jahre stehen die Blaufichten oder Nordmanntannen, bis sie geschlagen werden. Der Baum vor dem Echinger Rathaus wurde zum Beispiel 1992 gepflanzt, berichtet Sepp Fischer aus Attenkirchen, der schon seit seinem 15. Lebensjahr Christbäume verkauft. Heutzutage konkurrierten die regionalen Erzeuger mit den Importbäumen aus Dänemark oder aus dem Sauerland, die an den Ständen vor Supermärkten angeboten würden.

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Im Landkreis bauten einige Betriebe schon seit vielen Jahren Christbäume an. Entweder kommen die Kunden selbst und suchen sich einen Baum aus oder die Bäume werden an Ständen in den größeren Orten angeboten. Der Christbaumanbau ist für die Landwirte nur ein Betriebszweig von mehreren, Familie Fischer baut beispielsweise noch Haselnussbäume an. Josef Pellmeyer pflanzt seit 25 Jahren auf dem Familienbetrieb an der B301 Blaufichten an, die mit dem dortigen Boden gut zurecht kommen. Die Nadeln stechen zwar etwas mehr als die der Nordmanntannen, aber das halte neugierige Katzen und Kinder vom Baum fern, so Pellmeyer.

Die Bäume aus Attenkirchen müssen mit einem Kran gefällt werden

Die Nachfrage nach heimischen Bäumen und auch die Preise seien konstant, berichten die beiden Christbaumerzeuger. Der Anbau mache nur saisonal viel Arbeit, natürlich sei das Pflanzen aufwendig, jährlich müsse das Gras unter den Bäumen geschnitten werden, damit es den jungen Pflanzen nicht die Nährstoffe wegnehme. Gefürchtet sind Hagelschauer und Spätfröste im Frühjahr. Dafür hat Landwirt Fischer eine Beregnungsanlage installiert. Wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, würden die jungen Triebe der Bäume mit Wasser besprüht, so dass sich außen eine dünne Eishülle bilde, die innen den Trieb schütze, erläutert Fischer.

Die Bäume aus Attenkirchen werden im ganzen südlichen Landkreis und in München verkauft, die Spezialität des Betriebs sind besonders große Bäume, die überwiegend von Kommunen geordert werden. Um sie zu fällen, benötige man einen Kran und eine riesige Kanone, um die Bäume in eine Hülle zu verpacken, schildert Sepp Fischer. "Ein heimischer Christbaum stärkt die regionale Wirtschaft, schafft Arbeitsplätze und hilft, Ferntransporte quer durch Europa zu vermeiden", betonte Forstminister Helmut Brunner in Mauern. Die Bäume seien frisch und die gesamte Wertschöpfung bleibe im Freistaat - von der Anzucht über die Ernte, den Handel, bis hin zur Kompostierung oder der thermischen Verwertung.

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