Surfen nahe München:Bis zu zwei Meter hohe Wellen - jeden Tag

Surfen nahe München: Die Rohbauarbeiten an der Wellenanlage sollen Ende Juli abgeschlossen sein, im Jahr 2024 soll der Surfpark eröffnet werden.

Die Rohbauarbeiten an der Wellenanlage sollen Ende Juli abgeschlossen sein, im Jahr 2024 soll der Surfpark eröffnet werden.

(Foto: Marco Einfeldt)

In der Nähe des Münchner Flughafens wird ein Surfpark gebaut. Bis zu 700 Surferinnen und Surfer sollen dort auf wechselnd hohen Wellen trainieren können. Die Namensrechte an der Anlage sicherte sich nun ein Mobilfunkanbieter.

Von Francesca Polistina, Hallbergmoos

Die Eröffnung der großen Wellenanlage in Hallbergmoos wird mit Spannung erwartet, schließlich gehört das Surfen zu den am schnellsten wachsenden Sportarten in der Welt und die Surf-Gemeinde in München und Umgebung ist ohnehin groß. Bis dahin müssen sich die vielen Surfliebhaber aus der Gegend allerdings noch etwas gedulden, denn die offizielle Einweihung ist für Mai, spätestens Juni 2024 geplant. Einen Sponsor gibt es aber schon: den Mobilfunkkonzern Telefónica Deutschland, der die Anlage mit dem Namen seiner Kernmarke O2 verbinden möchte.

Wie die beteiligten Unternehmen am Dienstag bekannt gaben, hat die Betreibergesellschaft, die Surftown GmbH, mit der Telefónica einen Sponsoring-Vertrag abgeschlossen. Gemäß dieses Vertrages soll der Surfpark, der in direkter Nähe zum Münchner Flughafen entsteht, "O2 Surftown Muc" heißen. Dafür habe der Mobilfunkanbieter einen Beitrag "im niedrigen einstelligen Millionenbereich" bezahlt, heißt es von den Unternehmen.

Für Chris Boehm-Tettelbach, Mitinitiator von Surftown, und Michael Falkensteiner, Marketingchef von Telefónica Deutschland, ist die Partnerschaft ein "perfect match". "Das Konzept ist einzigartig und nachhaltig und verbindet Menschen jeden Surflevels", schwärmt Falkensteiner.

Bei dem Surfpark im Munich Airport Business Park an der Lilienthalstraße handelt es sich laut den Betreibern um den ersten Surfpark Deutschlands mit authentisch laufenden Wellen. Erzeugt werden die Wellen durch ein pneumatisches Kammersystem, das den Überdruck in Wellenenergie umwandelt und Wellen von 30 Zentimeter bis zu mehr als zwei Meter Höhe generieren kann. Somit unterscheidet sich die Anlage von den anderen Angeboten in München mit sogenannten "stehenden Wellen" - dazu gehört zum Beispiel die berühmte Eisbachwelle. Das geplante Surfbecken wird eine Länge von zirka 180 Metern und eine Oberfläche von insgesamt 10 000 Quadratmeter haben. Bis zu 700 Surferinnen und Surfer sollen pro Tag in 18 Sessions, die jeweils eine knappe Stunden dauern, auf den Wellen reiten können.

Die Anlage ist sowohl für Unerfahrene als auch für Fortgeschrittene konzipiert

Einige Profi-Surfer haben bereits mit dem Surfpark Kontakt aufgenommen, um dort trainieren zu können, sagt Boehm-Tettelbach. Aber nicht nur für die Experten ist die Anlage gedacht: "Mit O2 Surftown Muc erweitern wir das Freizeitangebot der Stadt München und der Region um eine neue Attraktion für die ganze Familie", sagt Boehm-Tettelbach. Der Sport- und Freizeitpark will Interessierte aller Altersgruppen ansprechen: Von sportaffinen Menschen bis zu Familien, von Surf-Profis bis zu Neueinsteigern, die einen Surf-Kurs besuchen können. Neben dem Wasserbecken soll überdies ein großer Freizeitpark entstehen, zu dem Gastronomie, eine Outdoor-Fitness-Area, ein Kinderspielplatz und ein Strandbereich mit Liegeflächen gehören. Auch Kinderbetreuungsmöglichkeiten wollen die Betreiber anbieten.

Surfen nahe München: Surfpark-Mitinitiator Chris Boehm-Tettelbach (rechts) mit O2-Marketingchef Michael Falkensteiner.

Surfpark-Mitinitiator Chris Boehm-Tettelbach (rechts) mit O2-Marketingchef Michael Falkensteiner.

(Foto: Marco Einfeldt)

Das System der Anlage sei auf CO₂-Neutralität ausgelegt, so die Betreiber. Der gesamte Stromverbrauch wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien bezogen. Ein Großteil der benötigten Energie soll aus eigenen Photovoltaik-Anlagen stammen, die sich in der Nähe des Surfparks befinden. Anfallende und unvermeidbare Kohlendioxid-Emissionen würden über die Initiative "Plant for the Planet" ausgeglichen. "Wir schaffen eine nachhaltige Alternative zu CO₂-intensiven Reisen ans Meer", sagt Boehm-Tettelbach. Auch die Wasserversorgung ist so konzipiert, dass das am Standort reichlich vorhandene Grundwasser in Kombination mit dem Regenwasser in einem Kreislaufsystem durch eine spezielle Aufbereitungsanlage zirkuliert. E-Bike und Auto-Ladestationen sowie eine Mitfahrbörse sind ebenfalls geplant.

Die Gemeinde Hallbergmoos hat das Projekt von Anfang an unterstützt und das Gelände im Jahr 2019 zur Neugestaltung freigegeben. Inzwischen schreiten die Bauarbeiten gut voran: die Rohbauarbeiten sollen Ende Juli abgeschlossen sein. Die weiteren Arbeiten wie die Dach-Holzkonstruktion, die technischen Installationen, der Ausbau der Gastronomie- und Eventflächen sowie die Umkleiden werden ab August folgen. Im Januar soll das Wasser eingelassen werden, danach folgt eine mehrmonatige Testphase.

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