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Freisinger Verein "Kulturimpuls":Live-Stream als Zukunftsmodell

kickstart

Der Verein Kulturimpuls leidet wie viele andere unter den Auswirkungen von Corona. Um professionelles Streaming-Equipment kaufen zu können, hat er bei der Freisinger Initiative "Kickstart Kultur" Hilfe beantragt.

(Foto: Privat)

Der Verein "Kulturimpuls" hofft auf Geld für ein professionelles Equipment und plant bereits für das erste große Musik-Event.

Von Birgit Goormann-Prugger, Freising

Der Freisinger Verein "Kulturimpuls" steht seit 2009 für Reggae- und Soundsystemkultur in Deutschland. Seine Mitglieder sind großteils selbst künstlerisch tätig. Sie spielen in Soundsystemen, singen und produzieren Musik, legen Schallplatten auf und machen Videoinstallationen. Der Verein organisiert Veranstaltungen und ist dabei eine Plattform, um das Wirken der Mitglieder und vernetzter Künstler zu ermöglichen.

Lisa Kaltenbach hat jetzt im Namen von Kulturimpuls bei der Freisinger Initiative "Kickstart Kultur" einen Antrag eingereicht, um für den Verein professionelles Streaming-Equipment und Zugang zu Streaming-Plattformen zu erwerben. Für Freitag, 25. Juni, plant der Verein Kulturimpuls dann auch einen großen Livestream, den Interessierte von 19 Uhr an unter www.kultur-impuls.de/stream verfolgen können. Da sich die Corona-Regeln weiter gelockert haben, wird nicht wie bisher aus dem Wohnzimmer gesendet, sondern Dandelion Soundsystem wird für das Event die eigene Anlage aufbauen. Drei Stunden will dann Ical Ises, der Selector des Soundsystems, seine Zuhörer mit Schätzen aus der Plattenkiste unterhalten.

2020 und auch 2021 waren durchgeplant mit Veranstaltungen im Freisinger Lindenkeller

Die Initiative "Kickstart Kultur Freising" will sich laut eigenen Aussagen gegen den coronabedingten Stillstand von Kunst und Kultur engagieren. Die Freisinger Bank hat dafür 15 000 Euro zur Verfügung gestellt, um Künstler aus Freising und Umgebung und ihre Kunstprojekte zu unterstützen. Die erste Hälfte der Fördersumme wird jetzt ausgeschüttet, die zweite in der nächsten Förderrunde, die im Juni beginnt.

Der Verein Kulturimpuls leide wie so viele andere unter den Auswirkungen von Corona, heißt es in einer Presseerklärung von "Kickstart Kultur": 2020 und auch 2021 seien fest durchgeplant gewesen mit Veranstaltungen im Freisinger Lindenkeller, unter anderem mit der Reggae-Legende Twinkle Brothers aus England und einer Area auf dem Fusion Festival mit kompletter Technik, Booking und Bar bei Berlin. Die Mitglieder wie Dandelion Soundsystem und Jah Chalice seien sogar für Auftritte in Belgien und Frankreich gebucht gewesen, auch Veranstaltungen in München, Regensburg und Nürnberg seien angesetzt gewesen.

Reggae kann durch seine Botschaft und Energie Menschen eine Hilfe sein

Corona habe den geplanten Aktionen einen kompletten Strich durch die Rechnung gemacht. Mit Livestreams habe der Verein Kontakt zu Freunden und Fans halten können. Das sei wichtig, denn gerade in schwierigen Zeiten könne "Reggae durch seine Botschaft und Energie Menschen eine Hilfe sein und ein positives Lebensgefühl vermitteln", so der Verein.

Mit der Fördersumme schafft sich der Verein Kulturimpuls - der 2021 auch für den Tassilo-Preis der Süddeutschen Zeitung nominiert war - zudem Zugänge für eine Streaming-Plattform, die eine gute Qualität und gleichzeitiges Streamen bei Facebook, Youtube und Twitch ermögliche. Damit will der Verein insgesamt mehr Menschen erreichen - weltweit. Denn bei Streams kann man aus anderen Städten oder sogar Ländern unkompliziert zuschauen.

Bei Präsenzveranstaltungen auch in Zukunft zusätzlich live streamen

Man braucht nur einen Computer, Handy oder ein Tablet und eine Internetverbindung. Auf Youtube und Facebook lassen sich die Streams auch im Nachhinein abrufen. Vereinsvorsitzender Sebastian Rupp sagt dazu: "Nichts kann ein Soundsystem ersetzen, aber es kann gut sein, dass wir bei Präsenzveranstaltungen mit Besuchern auch in Zukunft zusätzlich live streamen werden. Immerhin kann man so mehr Menschen erreichen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht vor Ort sein können".

© SZ vom 09.06.2021/ilos
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