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Grüne im Glück:20 Prozent mehr Mitglieder in einem Jahr

Der neue Kreisvorstand der Grünen mit Johannes Becher (l.), dem Landtagsabgeordneten, v.l.: Joana Bayraktar, Alexander Götz, Veronika Hannus, Michael Obermeier, Verena Juranowitsch, Reinhard von Wittken und Manfred Weishäupl.

(Foto: oh)

Die Kreisgrünen profitieren von der Landtagswahl. Neue Sprecher sind Verena Juranowitsch und Alexander Götz

Der Grünen-Kreisverband Freising ist innerhalb eines Jahres um fast 20 Prozent gewachsen und hat mittlerweile 168 Mitglieder. Jetzt sollen auch neue Ortsverbände dazukommen - zum Beispiel in Marzling. Dass es dort noch keinen gibt, sei "sicher nur ein temporärer Zustand", ist der frisch gebackene Landtagsabgeordnete Johannes Becher sicher, "das Potenzial ist da". Immerhin sei Marzling einer der drei Orte, in denen er bei den Erststimmen der jüngsten Landtagswahl ganz vorne lag.

Den Schwung aus der Landtagswahl mitnehmen, neue Mitglieder einbinden und "in die Fläche gehen" - das sind auch die Ziele, die das neue Sprecher-Duo des Kreisverbands formuliert hat: Verena Juranowitsch aus Langenbach und Alexander Götz aus Freising stehen jetzt im Landkreis Freising an der Spitze und lösen dort Waltraud Heinlein-Zischgl und Reinhard von Wittken ab. Beide Sprecher wurden einstimmig bei der jüngsten Versammlung in Neufahrn gewählt.

Bei ihr sei jetzt persönlich und beruflich alles "sortiert", hatte die bisherige Beisitzerin Juranowitsch vor ihrer Kandidatur erklärt: "Ich wäre bereit.". Götz, der erst seit einem Jahr bei den Grünen ist, will nach eigenen Worten ebenfalls "anpacken", denn nur so könne man etwas ändern. Um die Kasse kümmert sich weiter Michael Obermeier aus Eching. Beisitzer sind Angelika Werner-Ripperger (Moosburg), Manfred Weishäupl (Moosburg) und Veronika Hannus (Freising). Die Grüne Jugend wird im Kreisverband durch ihre Vorsitzende Joana Bayraktar vom Ortsverband Freising vertreten.

Der Blick des Teams ist jetzt auf die Europawahlen gerichtet. Von Wittken tritt als Kandidat auf Platz 26 der bundesdeutschen Grünen-Liste an und hat damit durchaus Chancen auf den Einzug ins Parlament. Allerdings gibt es aus Sicht der Kreis-Grünen einen Wermutstropfen: Von Wittken kündigte an, er wolle nächstes Jahr in seine eigentliche Heimat im Münchner Süden zurückziehen.

Zum Abschluss seiner zweijährigen Amtszeit als Kreisvorsitzender blickte er auf "ein richtig erfolgreiches Jahr" zurück. "Wir sind nicht mehr die Exoten, wir sind ein Zukunftsmodell", ist auch Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier überzeugt. Er hofft, dass sich der positive Trend für die Partei auch bei den Kommunalwahlen 2020 fortsetzt und "ich danach im Landkreis nicht mehr der einzige Bürgermeister der Grünen bin". Zugleich warb er für das Amt: "Ich bin sehr gerne Bürgermeister und kann es jedem empfehlen", meinte er schmunzelnd

Als "Gegenentwurf zur Staatsregierung" sieht Johannes Becher die Grünen nach dem Erfolg bei der Landtagswahl, auch beim Thema dritte Startbahn. Die Freien Wähler hätten dagegen mit ihrer Zustimmung zu einem Moratorium im Koalitionsvertrag "eine historische Chance verpasst", bedauerte der Moosburger Abgeordnete.

Die bayerischen Grünen haben die Zahl der Landtagsmandate von 17 auf 38 erhöhen können. Als zweitstärkste Kraft im Landtag habe man nun eine neue Rolle im Parlament, so Becher. Der Wahlerfolg hat allerdings auch die Kreis-Grünen im wahrsten Sinne einiges gekostet. Rund 44 000 hat er in den Wahlkampf investiert.