SZ-Serie: Mit dem Bus in den Landkreis:Sauber unterwegs

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SZ-Serie: Mit dem Bus in den Landkreis: Die Busse im Landkreis, wie hier in Neufahrn, sind mit Dieselantrieb unterwegs, eine Studie soll einen Überblick über Alternativen geben.

Die Busse im Landkreis, wie hier in Neufahrn, sind mit Dieselantrieb unterwegs, eine Studie soll einen Überblick über Alternativen geben.

(Foto: Marco Einfeldt)

Bis 2024 soll jede Linie daraufhin untersucht werden, ob der Einsatz von Bussen mit Elektro-, Wasserstoff- oder Gasantrieb möglich ist. Doch die Umsetzung eines solchen Projekts ist langwierig.

Von Petra Schnirch, Freising

Derzeit sind es ausschließlich Diesel-Busse, die im Regionalbusverkehr durch den Landkreis fahren. Mittelfristig aber sollen auch Fahrzeuge mit alternativen Antriebsarten zum Einsatz kommen. Noch in diesem Jahr werden die vier Landkreise Freising, Fürstenfeldbruck, München und Starnberg sowie die Stadt Freising gemeinsam mit dem MVV eine Studie in Auftrag geben, erste Ergebnisse sollen im kommenden Jahr vorliegen. Bis 2024 soll jede Linie daraufhin untersucht werden, ob der Einsatz von Bussen mit Elektro-, Wasserstoff- oder Gasantrieb möglich ist, wie das Landratsamt mitteilt.

Die Umsetzung eines solchen Projekts ist langwierig, die Ausschreibungen sind aufwendig, das zeigt sich derzeit an der Diskussion um einen Expressbus von Freising nach Garching, der, obwohl dringend erwünscht, erst im Herbst 2021 starten wird. Außerdem braucht es Erfahrungswerte. Die Stadtbusse in Freising fahren seit Ende 2015 wieder alle mit Diesel, es sind moderne Euro-6-Modelle. Zuvor war die Flotte 16 Jahre lang mit Erdgas unterwegs. Gemeinsam mit dem Busunternehmen Hadersdorfer hatten die Stadtwerke Freising damals eigens eine Tankstelle dafür eingerichtet. Was die Wirtschaftlichkeit und den technischen Aufwand angeht, habe man aber relativ schlechte Erfahrungen macht, bilanziert Stadtwerke-Chef Andreas Voigt. In kalten Wintermonaten beispielsweise hätten die Fahrer nachtanken müssen, weil weniger Gas in den Tank gehe. Wegen technischer Probleme hätten immer öfters Ersatzbusse eingesetzt werden müssen. Von der Studie erwarten sich die Stadtwerke einen Überblick über innovative Antriebsformen als Alternative zum Diesel. Neben der CO₂-Bilanz müsse man Lautstärke und Preis bewerten - und die Zuverlässigkeit, sagt Voigt. Interessant könnten Hybridbusse sein. 2025, wenn der nächste Fahrzeugwechsel ansteht, müsse man "ein Zeichen setzen", sagt Voigt. Möglicherweise kämen dann Busse mit unterschiedlichen Antriebsarten zum Einsatz.

Auch ein Umstieg auf Diesel sei intensiv diskutiert worden

Vorbereitet wird die Ausschreibung 2022/23. Die gesamte Flotte der Stadtwerke umfasst derzeit 24 Fahrzeuge, darunter sind 15 Linienbusse, sechs für den Schülertransport sowie drei Kleinbusse für die Freisinger Innenstadt. "Es ist in jedem Fall eine spannende Zeit", sagt der Stadtwerke-Chef, er führe viele Gespräche. Auch den Umstieg auf Dieselantrieb habe man intensiv diskutiert. Busse der Euro-6-Norm seien auf der Straße sehr sauber, heißt es von Seiten der Stadtwerke. Im Vergleich zur Vorgängergeneration seien die erlaubten Partikelemissionen um 66 Prozent und der Stickstoffdioxid-Ausstoß um 80 Prozent niedriger. Seit 1988 seien die Schadstoffemissionen schwerer Nutzfahrzeuge sogar um insgesamt 98 Prozent gesunken.

Erfahrung mit alternativen Antriebsformen hat man auch am Flughafen gesammelt. Von 1999 bis 2006 lief dort ein geförderter Versuch mit Wasserstoffantrieb. Drei der Busse waren mit Verbrennungsmotor, einer mit Brennstoffzelle ausgestattet. 400 000 Kilometer legten sie in dieser Zeit zurück. Das Fazit: Der Wasserstoffantrieb funktioniert. Die Kosten aber steigen im Vergleich zum Diesel um das Drei- bis Fünffache.

Die Busse am Flughafen fahren inzwischen ebenfalls wieder mit Diesel. Etwa ein Drittel der 1237 Fahrzeuge und Abfertigungsgeräte der Flughafen München GmbH (FMG) aber ist mit einem Elektro- oder Elektro-Hybrid-Antrieb ausgestattet. 24 werden mit Biogas betrieben. Die Aeroground, die Abfertigungstochter der FMG, verfolgt laut Sprecher Edgar Engert bis 2030 das Ziel, CO₂-neutral zu werden. Ein konkreter Schritt sei die Einführung alternativer Antriebe für die Busflotte. Lösungen würden geprüft, etwa ob Elektrobusse bei anstehenden Ersatzbeschaffungen den Vorzug bekommen. Eine Entscheidung soll 2020 fallen. Die FMG plane zudem, den Prototypen eines GEV-Busses (Generator Electric Vehicle) auf dem Flughafenvorfeld zu testen, der die Vorteile elektrisch und mit Biogas betriebener Fahrzeuge kombiniere.

Die Lokalausgaben der Süddeutschen Zeitung suchen im Oktober gemeinsam mit dem MVV den Busfahrer oder die Busfahrerin des Jahres. Teilnahmecoupons liegen in allen Regionalbussen aus. Ihren Favoriten oder ihre Favoritin können Fahrgäste aber auch per Mail vorschlagen: busfahrer-aktion@mvv-muenchen.de.

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