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Pilotprojekt:Kleinbusse durch Freisinger Innenstadt sollen zu festem Angebot werden

Die Kleinbusse fahren derzeit als Pilotprojekt durch die Freisinger Innenstadt. Die Stadtwerke wollen das Konzept auch in der Zeit nach Fertigstellung der Baustellen weiterführen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Aus dem Pilotprojekt, das derzeit in der Freisinger Innenstadt läuft, soll nach Willen der Stadtwerke ein festes Angebot werden. Geschäftsführer Andreas Voigt hat bislang nur positive Rückmeldungen erhalten.

Es ist ein Pilotversuch für die Zeit "danach", wenn die Baustellen in der Innenstadt beseitigt sind und alles in neuem Glanz erstrahlt: die Linien 650 und 651 der Freisinger Stadtwerke, die um die Sperren herum zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt pendeln. Seit Dezember 2018 fahren die Kleinbusse, Geschäftsführer Andreas Voigt zeigt sich mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden. Er geht davon aus, dass es nach 2025, wenn die Innenstadtbaustelle planmäßig beendet ist, bei dem Kleinbuskonzept bleiben wird.

"Von den Freisingern haben wir bisher sehr positive Rückmeldungen bekommen", sagt Voigt. Es sei aber wie bei jeder neuerstellten Buslinie: "Es dauert, bis die Leute das Angebot annehmen. Ich habe gelernt: Beim Busverkehr braucht man einen langen Atem." Auch jetzt, ein knappes Jahr nach Einführung der Kleinbusse, hat Voigt keine genauen Zahlen, wie gut das Angebot wirklich angenommen wird. Erst Ende des Jahres werden Fahrgastzählungen in den Kleinbussen durchgeführt und sich schwarz auf weiß prüfen lassen, ob der bisherige Eindruck stimmt.

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Die Linie 650 fährt eine Schleife über die Bahnhofstraße bis zur Kammergasse, dort bis zur Ecke Klebelstraße und über die Isarstraße wieder zurück Richtung Bahnhof. Die 651 fährt in die entgegengesetzte Richtung den unteren Teil der Innenstadt an. Vom Bahnhof aus geht es Richtung Heiliggeistgasse, von da aus bis zur Unteren Hauptstraße und über die Ottostraße und den Christopher-Paudiß-Platz wieder zurück. Diese Route fährt die 651 erst seit März, aufgrund der Baustelle musste sie abgeändert werden. Vorher fuhr der Kleinbus durch die Untere Hauptstraße bis zum Marienplatz. "Das ist auch so ein Problem, das wir aktuell haben. Durch die Baustellen muss der Fahrplan ab und an wechseln", so Voigt. Das habe zur Folge, dass Fahrgäste sich über geänderte Fahrpläne und Haltestellen informieren müssen und sich keine richtige Gewöhnung einstellen könne.

Zwischen 8 und 20 Uhr fahren beide Buslinien alle zehn Minuten. Diese Taktung will Voigt beibehalten. "Damit die Leute nicht so sehr auf den Fahrplan achten müssen und immer zeitnah in den Bus steigen können", sagt er. Das sorge erfahrungsgemäß dafür, dass die Fahrgäste das Angebot besser annehmen. Drei Kleinbusse sind für das Pilotprojekt im Einsatz, zwei auf der großen Schleife der 650, einer auf der kleinen der 651. Auch bei Stau und Verzögerungen werde das nicht kritisch, meint Stadtwerke-Chef Voigt. "Manchmal kommt es zu Engpässen, das ja. Aber bis jetzt haben wir noch nicht viel Kritik aufgrund von Verspätungen bekommen." Nach seinen bisherigen Erkenntnissen würden die Linien nicht so sehr von Berufspendlern genutzt, die mit Zeitdruck unterwegs sind und pünktlich Richtung Bahnhof müssen. "Mit den Bussen fahren eher Senioren und Leute, die vom Bahnhof Richtung Innenstadt wollen", sagt Voigt.

Über das Pilotprojekt der Kleinbusse hinaus arbeiten die Stadtwerke aktuell gemeinsam mit Verkehrsplanern an einem Verkehrskonzept und Linienführungen für die Zeit nach dem Innenstadtumbau. Außerdem erstellen sie gerade einen neuen Nahverkehrsplan für den gesamten Freisinger Busverkehr. "In Kürze wird es dafür auch eine Internetseite geben, auf der alle Bürger ihren Input geben können", so Voigt. Generell sei es auch für den Nahverkehrsplan sehr gut, während der Baustelle eine Übergangszeit zu haben, in der man die Kleinbusse als Pilotprojekt testen kann. Diese Zeit wolle man auch für einen gemeinsamen Dialog nutzen, sagt Voigt. "Wir haben uns entschieden, bald noch mal Gesprächsrunden mit Politikern, dem Stadtplanungsamt, dem neuen Mobilitätsbeauftragten und anderen Freisinger Gruppen und Vereinen zu veranstalten." Schließlich gehe es bei den Kleinbussen auch darum, dass sie für Menschen aus Neustift, Lerchenfeld oder Tuching Verbesserungen bringen. Und, dass die Buslinien für die restlichen Innenstadtnutzer genauso funktionieren wie für ihre Fahrgäste. Andreas Voigt hält die Kleinbusse deshalb für das richtige Konzept, auch mit Blick auf die Zukunft: "Große Busse würden in der Innenstadt zu viel Raum wegnehmen und drücken."

Die Lokalausgaben der Süddeutschen Zeitung suchen im Oktober gemeinsam mit dem MVV den Busfahrer oder die Busfahrerin des Jahres. Teilnahmecoupons liegen in allen Regionalbussen aus. Ihren Favoriten oder ihre Favoritin können Fahrgäste aber auch per Mail vorschlagen: busfahrer-aktion@mvv-muenchen.de.

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