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Volle S-Bahnlinie S1 nach Freising:Weiter im Takt

Geht alles nach Plan, fährt die S-Bahn S1 ab 2028 zu Hauptverkehrszeiten im 15-Minuten-Takt. Mehr Frequenz wird es nicht geben.

(Foto: Marco Einfeldt)

Solange die Gleisinfrastruktur noch nicht ausgebaut worden ist, wird die S1 wie gewohnt in 40-Minuten-Abständen fahren. Auch Langzüge sind vorerst nicht geplant.

Von Alexandra Vettori, Freising

Die S-Bahn S1 nach Freising ist, so zumindest das Empfinden vieler Fahrgäste, eines der Stiefkinder des Münchner Verkehrsverbunds MVV. Dünne Taktzeiten mit 40-Minuten-Abständen und dann nur ein Waggon ab Neufahrn, das ist außerhalb der Hauptverkehrszeiten die Regel. "Wenn eine S-Bahn ausfällt, ist das Fahrgastaufkommen viermal so hoch wie bei normalem Takt und doppeltem Platzangebot. Wie soll hier ein respektvoller Mindestabstand zum Schutz vor Corona eingehalten werden?", fragte kürzlich ein SZ-Leser in der Freisinger Redaktion nach und bat um Recherche diesbezüglich.

Die Anfrage beim MVV ergab, dass man das Problem dort als nicht so drängend ansieht. "Fahrgäste von und nach Freising können zusätzlich das deutlich schnellere Regionalzugangebot nutzen - was sie auch gerne tun", heißt es aus der Pressestelle. In der Regel führen zwischen Bahnhof Freising und Hauptbahnhof München stündlich ein Regionalzug und der Alex, dazu mindestens zwei S-Bahnen, das mache insgesamt vier Verbindungen pro Stunde. Als besonders positives Beispiel nennt man die Zeit zwischen sechs und sieben Uhr morgens mit sechs Fahrtverbindungen zwischen Freising und München.

Dass bei der Teilung der S 1 in Neufahrn meist zwei Waggons zum Flughafen und nur einer in Richtung Freising weiter fahren, begründet der MVV mit dem vermehrten Platzbedarf von Flugreisenden und ihrem Gepäck. Daher fahre das Grundangebot der S-Bahn bei einem Langzug, der aus drei Zugteilen besteht, in Richtung Flughafen mit einem Vollzug (zwei Zugteile) und nach Freising mit einem Kurzzug (ein Zugteil). Grundsätzlich sei es technisch möglich, in Neufahrn die Aufteilung Vollzug und Kurzzug zu wechseln. Genau das werde von der S-Bahn München in der Hauptverkehrszeit auch schon so praktiziert: Zwischen 6.30 Uhr und acht Uhr sowie 16.50 und 18.10 Uhr fahre die S 1 in Richtung und ab Flughafen als Kurzzug, nach und von Freising dafür aber als Vollzug, heißt es.

Erst ab 2028 soll der Takt verdichtet werden

Generell wird sich so schnell nichts ändern auf der S-Bahn Linie S1. Denn sie ist zwar eine der "nachfragestärksten Außenäste" im MVV-Gebiet, so die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) im Februar diesen Jahres auf eine SZ-Anfrage hin. Gleichzeitig ist es aber auch eine der am stärksten frequentierten Bahnstrecken um München. Auf den zwei Gleisen zwischen München und Freising verkehren zusätzlich Güter- und Personenzüge gen Osten. Die S-Bahn München und die Eisenbahngesellschaft versuchen nach eigenen Angaben zwar durch regelmäßigen Austausch, die "Trassenkonflikte" zu minimieren. Dennoch haben viele Fahrgäste leidvolle Erfahrungen mit den regelmäßigen Wartezeiten zwecks Zugüberholungen in Neufahrn oder Oberschleißheim.

Andere Takte auf der Strecke der S1 wird es nur mit veränderter Gleisinfrastruktur geben. Laut Plan ist das ab 2028 der Fall, wenn die zweite Stammstrecke in München fertig sein soll. Nach jetzigem Stand sieht der Fahrplan nach Freising dann einen 30-Minuten-Takt statt des bisherigen 40-Minuten-Taktes vor, der zu Stoßzeiten auf 15 Minuten statt auf 20 verdichtet wird.

© SZ/nta

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