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Freisinger Kreisausschuss:Das 365-Euro-Ticket für Schüler soll kommen

Schüler und auch Auszubildende können womöglich bald günstiger mit der S-Bahn fahren.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Kreisausschuss stimmt dem Projekt zu. Jetzt müssen es noch die anderen MVV-Gesellschafter billigen.

Das 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende kommt im nächsten Jahr. Zumindest wenn es nach dem Kreisausschuss des Freisinger Kreistags geht, der dem Projekt am Donnerstagnachmittag zugestimmt hat. Voraussetzung ist allerdings, dass am Donnerstag, 6. Dezember, alle übrigen Gesellschafter im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV), der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München und die beteiligten Landkreise das Vorhaben ebenfalls billigen. Für diese Sitzung bekam Landrat Josef Hauner (CSU) den Auftrag mit, darauf zu drängen, dass es für Studierende ein ähnlich günstiges Angebot geben solle. Derzeit ist nämlich ein solches nicht vorgesehen.

Das günstige Ticket geht auf eine Initiative des Freistaats zurück. Es soll vom 1. August des kommenden Jahres an gelten. Durch die Einführung des Tickets entstehen Mindereinnahmen. Gemäß eines Kabinettsbeschlusses übernimmt der Freistaat voraussichtlich einen Anteil von zwei Drittel davon. Das übrige soll zwischen den Landkreisen und der Landeshauptstadt anhand der Schülerzahlen im MVV erfolgen. Auf den Landkreis Freising kämen nach Informationen von Landrat Hauner etwa 566 000 Euro Mehrkosten zu. Eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung soll zwischen den Gesellschaftern für drei Jahre getroffen werden.

Die Einführung des 365-Euro-Tickets für Schüler und Auszubildende stieß im Kreisausschuss auf ein positives Echo. Landrat Hauner verspricht sich von der Zustimmung des Freisinger Kreistags, die einen Tag vor der Gesellschafterversammlung stattfindet, eine positive Signalwirkung auf die anderen Landkreise. "Das ist eine positive Sache. Ich gehe davon aus, dass es über all eine Mehrheit findet", sagte er.

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Michael Stanglmaier (Grüne) findet es gut, dass der Landkreis dem 365-Euro-Ticket den Weg frei macht. Er sieht allerdings eine Schwachstelle in dem Konstrukt: eben, dass Studierende von Bezieherkreis ausgeschlossen sind. "Dadurch entsteht ein soziales Ungleichgewicht", folgerte er. Hauner entgegnete, dass ein günstigeres Ticket für Studierende ebenfalls auf der Agenda stehe. Doch solle man durch erst einmal abwarten, welche Schlüsse aus der Einführung des Tickets für Schüler und Auszubildende zu ziehen seien.

Rainer Schneider (Freie Wähler) stimmte ebenfalls für die Einführung dieses Tickets, hatte aber ebenso kritische Worte übrig. Für ihn ist dieses ein weiteres Beispiel dafür, wie Dinge kommunalisiert würden, die an anderer Stelle beschlossen worden seien. Zum Beschluss gehöre seiner Ansicht nämlich ebenfalls dazu, dass ein Drittel der entstehenden Kosten auf die Kommunen verlagert werden solle.

Albert Schindlbeck (Linke) bezeichnete die Einführung des Tickets als richtigen Schritt. Irgendwann müsse man aber auf die Kostenfreiheit der Beförderung im öffentlichen Nahverkehr dringen. Manuel Mück (CSU) empfindet die Einführung des günstigen Tickets ebenfalls als richtigen Schritt.

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