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Freisinger Startbahngegner:Demonstration vor der Staatskanzlei

Einmal mehr wollen Freisinger Startbahngegner für eine endgültige Absage an die Ausbaupläne des Flughafens demonstrieren - dieses Mal in München vor der Staatskanzlei.

(Foto: Marco Einfeldt)

Zum Jahrestag des Münchner Bürgerentscheids gegen den geplanten Ausbau des Flughafens fordert das Bündnis "Aufgemuckt" das endgültige Aus für die Pläne.

Von Petra Schnirch, Freising

Der Bürgerentscheid, mit dem sich die Münchner am 17. Juni 2012 gegen den Bau einer dritten Startbahn am Flughafen ausgesprochen hatten, jährt sich zum neunten Mal. Das Aktionsbündnis "Aufgemuckt" nimmt dies auch in diesem Jahr zum Anlass für eine Demonstration in München - um erneut Danke zu sagen, aber auch um das endgültige Aus für das Projekt zu fordern. Die Startgegner rechnen mit etwa 50 Teilnehmenden. Schließlich findet die Kundgebung an einem Wochentag statt und auch die Pandemie ist ja noch nicht beendet.

Los geht es am Donnerstag, 17. Juni, um 11 Uhr bei der Staatskanzlei. Das Banner ist bereits fertig. Darauf steht: "Klimaschutz: Nicht reden Söder, handeln! 3. Startbahn sofort beerdigen". Falls FFP2-Masken getragen werden müssen, könnten daran Anti-Startbahn-Buttons befestigt werden, schlug Aufgemuckt-Sprecher Christian Magerl am Montag bei der Mitgliederversammlung vor. Auch die Sargträger werden wieder mit dabei sein.

Auf dem Niveau der 80er Jahre

Magerl präsentierte in der Versammlung auch aktuelle Zahlen zum Flugverkehr. 2020 habe der Münchner Airport bei den Flugbewegungen aufgrund der Pandemie einen Rückgang von 64,8 Prozent auf 146 833 Starts und Landungen verzeichnet. Das entspreche dem Niveau der Achtzigerjahre in München-Riem. Auch die Luftfracht sei um fast 60 Prozent zurückgegangen. Ein solcher Einbruch "war eigentlich unvorstellbar", sagte Magerl. Selbst der Einschnitt 2009 in der Finanzkrise sei "ein Klacks" dagegen.

Anfang dieses Jahres sehe es ebenfalls "zappenduster" aus. Von Januar bis April mussten Flughafenbetreiber und Airlines bei den Flugbewegungen laut Magerl einen Rückgang um 74,1 Prozent hinnehmen, im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 waren es sogar 84,1 Prozent. Die Übersicht des Flughafens für Januar bis April 2021 weist mit insgesamt 866 340 Fluggästen, verglichen mit 2019, sogar ein Minus von 93,8 Prozent auf.

Magerl zeigte anhand der Zahlen auch auf, dass sich die Lufthansa auf ihren Standort in Frankfurt konzentriere, dort seien die Rückgänge etwas geringer. Für die Richtung, in die es geht, steht laut Magerl die Einführung des ICE-Sprinters von Lufthansa und Deutscher Bahn von München zum Frankfurter Flughafen.

Deutlich weniger Geschäftsreisen

Auswirkungen werde die Pandemie auch auf Geschäftsreisen haben, sagte der Aufgemuckt-Sprecher. Nach einer ersten Schätzung eines Wallstreet-Journalisten würden es künftig 19 bis 36 Prozent weniger sein. Auswirken werde sich das auch auf die Flugbewegungen. Gerade die Geschäftsreisenden seien für die Fluggesellschaften als Vollzahler sehr wichtig, "sie bringen den Gewinn". Beim Verkehr "sieht alles nach einem Umbruch aus", bilanzierte Magerl - aus Kosten- und aus Klimaschutzgründen.

© SZ vom 09.06.2021
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