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Nachschub für Klinikum und Praxen:THW und Feuerwehr mischen Desinfektionsmittel selbst

Landratskandidat Helmut Petz (Freie Wähler).

(Foto: Marco Einfeldt)

THW und Feuerwehr mischen unter Aufsicht von Apotheker Daniel Schwinning knapp 1000 Liter Desinfektionsmittel an.

Knapp 1000 Liter Flächendesinfektionsmittel haben THW und Feuerwehr für den Landkreis Freising nach Informationen des Freisinger Landratsamtes am Dienstagabend angemischt. Das geschah unter der fachkundigen Anleitung des Moosburger Apothekers Daniel Schwinning von der Michaeli-Apotheke. Sehr kurzfristig, innerhalb eines Tages, konnte die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamtes die Eigenherstellung des Desinfektionsmittels in Moosburg organisieren. "Das Ganze war eine spontane Aktion, organisiert von Kreisbrandrat Manfred Danner", sagte dazu Landratsamts-Pressesprecherin Eva Zimmerhof am Mittwoch. Damit sei ein großes, aktuelles Problem der Coronakrise im Landkreis gelöst: Der Bedarf an Flächendesinfektionsmittel für die kommende Woche sei gedeckt. Das Desinfektionsmittel wurde am Mittwoch im Laufe des Tages an das Freisinger Klinikum geliefert, kleinere Fünf-Liter-Gebinde gingen auch in Arztpraxen.

Ein Gemisch aus 96-prozentigem Ethanol und destilliertem Wasser

Unter fachkundiger Anleitung von Apotheker Daniel Schwinning mischten Einsatzkräfte der Feuerwehr Moosburg und des THW Freising mit den notwendigen Gerätschaften 96-prozentiges Ethanol und destilliertes Wasser direkt vor der Michaeli Apotheke. "Wir haben damit nach Feierabend angefangen und das Ganze hat so drei Stunden gedauert", berichtet Daniel Schwinning. "Das war schon eine besondere Situation, so große Menge mischen wir normalerweise nicht an", so Schwinning weiter.

Nach der geltenden Biozid-Verordnung dürften Desinfektionsmittel eigentlich nur von zugelassenen Betrieben hergestellt werden. Doch weil das Angebot auf dem Markt zurzeit sehr knapp sei und eine Notlage herrsche, habe man eine Ausnahmeregelung erlassen und es den Apotheken freigestellt, die Desinfektions-Mittel selbst zu mischen. "Wie das genau geht, das haben wir als Apotheker gelernt, wir wissen, wie man das richtige Mischverhältnis ausrechnet", sagte Daniel Schwinning. Das verwendete destillierte Wasser stellte laut Landratsamt der Forschungsreaktor München II der Technischen Universität München aus der eigenen Produktionsanlage für Reinstwasser zur Verfügung. Insgesamt stellten die Einsatzkräfte an dem Abend 930 Liter Flächendesinfektionsmittel her und füllten die Flüssigkeit anschließend in verschiedenen Gebindegrößen ab. Die dafür verwendeten Fässer stellte die Clariant AG.

Die Einsatzkräfte liefern das Flächendesinfektionsmittel nun ans Klinikum Freising, die Ärzteschaft und die Pflegeheime im Landkreis aus, wo es dringend benötigt wird, um Räumlichkeiten zu sterilisieren. Bei weiterem Bedarf können die Einsatzkräfte das Mittel erneut selbst herstellen.

Große Unterstützung für das Freisinger Klinikum

Sascha Alexander, Pressesprecher im Klinikum Freising, wusste am Montagmorgen noch gar nichts von der spontanen Aktion am Abend zuvor, freute sich aber darüber. Überhaupt sei die Unterstützung, die das Freisinger Klinikum und seine Mitarbeiter derzeit erfahren würden, sehr groß und erfreulich. "Es kommen auch immer wieder Privatleute und spenden zum Beispiel Schutzmasken für die Mitarbeiter oder sie bringen Brezen vorbei."

40 Corona-Patienten seien mittlerweile isoliert im Klinikum Freising untergebracht. "Und die Kollegen machen hier alle einen Superjob, sehr professionell", berichtete Klinik-Pressesprecher Sascha Alexander. Die gesamte Ebene 4 sei mittlerweile für Corona-Patienten ausgestattet. Es gebe eine Intensiv-Station für die Covid-19-Infektionen und eine zweite für die anderen Fälle. "Das geht ja alles weiter", sagte Sascha Alexander. Die Situation sei sehr angespannt. "Wir wissen hier alle im Moment nicht, wann das Peak bei den Infektionen kommt, von dem alle reden", das Klinikum Freising treffe aber weitere Vorbereitungen, um dafür gerüstet zu sein.

© SZ vom 26.03.2020/nta
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