Aktion eines Mauerner Vereins:Hilfe, die Leben rettet

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Aktion eines Mauerner Vereins: Adrian, hier mit dem behandelnden Arzt Michael Heider, ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Die Familienkrebshilfe Sonnenherz aus Mauern sammelt Spenden für die lebensrettende Therapie des 19-Jährigen, der aus der Republik Moldau stammt.

Adrian, hier mit dem behandelnden Arzt Michael Heider, ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Die Familienkrebshilfe Sonnenherz aus Mauern sammelt Spenden für die lebensrettende Therapie des 19-Jährigen, der aus der Republik Moldau stammt.

(Foto: privat)

Adrian ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. In München kann der 19-Jährige aus der Republik Moldau behandelt werden, doch die Therapie ist sehr teuer. Die Familienkrebshilfe Sonnenherz bittet deshalb um Spenden.

Von Petra Schnirch, Mauern

Der 19-jährige Adrian hat einen großen Wunsch: Er möchte ein ganz normales Leben führen und bald wieder bei seiner Familie sein. Für viele in seinem Alter eine Selbstverständlichkeit, doch der junge Mann ist an Lymphknotenkrebs erkrankt. Seit mehreren Monaten ist er nun schon am Klinikum rechts der Isar in Behandlung - eine Therapie, die er sich eigentlich gar nicht leisten kann. Denn er stammt aus der Republik Moldau, eine Krankenversicherung hat er nicht. Deshalb ist er auf Spenden angewiesen, auch die Familienkrebshilfe Sonnenherz aus Mauern unterstützt den 19-Jährigen.

Initiiert hat die Hilfsaktionen der Mediziner Michael Heider. Im Februar tauchte Adrian bei ihm im Klinikum rechts der Isar auf. Über "eine Art von Medizin-Schleppertourismus" sei der 19-Jährige nach München gekommen. Die Erkrankung des Patienten könne exzellent behandelt werden, sagt Heider. Doch die ihm gegebenen Versprechen, dass er mit einem Budget von 20.000 Euro geheilt werden könne, seien "völlig unrealistisch". Es sei schnell klar geworden, dass dieser Betrag nicht ausreichen werde. Die Vermittler hätten sich dann "relativ rasch zurückgezogen". Verwandte haben Adrian finanziell unterstützt, wie die Familienkrebshilfe Sonnenherz mitteilt, doch mehr können sie nicht aufbringen.

Die Klinik startet mit der Therapie, obwohl die Finanzierung noch unklar ist

Begonnen wurde die Therapie trotzdem. Die Klinikleitung habe beschlossen, nicht länger zu warten, obwohl die Finanzierung unklar war, schildert Heider. Der Zeitdruck sei zu groß gewesen. Parallel dazu versuchte der Patient selbst, per Crowdfunding Geld zusammen zu bekommen, auch ein erster öffentlicher Spendenaufruf zeigte Erfolg. Außerdem wandte sich Heider an den Verein Sonnenherz. Etwa die Hälfte der benötigten zirka 40.000 Euro sind inzwischen eingegangen.

Adrian hatte im Herbst 2020 gerade seinen Schulabschluss in der Tasche, als er an Lymphdrüsenkrebs erkrankte. In seiner Heimat Moldau, das an die Ukraine und Rumänien grenzt, habe er 2021 mehrere Chemotherapien erhalten, sagt Heider. Danach sei es dem jungen Mann jeweils kurzzeitig besser gegangen. Ohne die Hochdosis-Chemotherapie und eine Stammzelltransplantation, die nun anstehen, "wäre Adrian jedoch wahrscheinlich innerhalb von Monaten gestorben", sagt Heider. So aber stünden seine Heilungschancen sehr gut. Bisher habe der Patient auf die Therapie sehr gut angesprochen. In der Republik Moldau gebe es die notwendigen immuntherapeutischen Medikamente jedoch nicht. Eine einzige Dosis koste 6000 Euro, erklärt der Mediziner. Auch die Logistik für die Stammzellenspende - es sind Adrians eigene, die ihm vorher entnommen wurden - sei in seiner Heimat nicht gegeben.

"Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß"

Voraussichtlich im Oktober wird die Therapie abgeschlossen sein, danach kann der 19-Jährige zu seiner Familie zurückkehren. Nur zu Nachuntersuchungen muss er dann noch alle paar Monate nach München fahren. Anfangs war der junge Mann bei Bekannten in Dingolfing untergebracht, die Lymphknoten hätten ihm da schon Schmerzen bereitet, sagt Heider. Mittlerweile hat die Münchner Leukämiehilfe ein Zimmer zur Verfügung gestellt. "Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß." Auch im Klinikum rechts der Isar verzichtet man auf die erhöhten Sätze, die sonst bei der Behandlung von Patienten aus dem Ausland verrechnet werden. Ganz auf Null gehen könne man jedoch nicht, weil die Kosten sehr hoch seien, sagt Heider. Adrian selbst sei inzwischen "sehr hoffnungsvoll". Es gehe ihm "den Umständen entsprechend" recht gut. Der behandelnde Arzt geht davon aus, der 19-Jährige die belastende Therapie als junger Mensch "okay" wegstecken werde.

Um die noch nicht abgedeckten Behandlungskosten finanzieren zu können, sammelt die Familienkrebshilfe Sonnenherz Spenden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins.

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