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Bewerbung eingereicht:Ampertal-Gemeinden wollen Öko-Modellregion werden

Das Ampertal blüht, wie auf diesem Archivbild zu sehen ist. Jetzt bewerben sich die zwölf Mitgliedsgemeinden des „Kulturraums Ampertal“ um den Titel "Öko-Modellregion".

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Mitgliedsgemeinden des "Kulturraums Ampertal" warten auf Nachricht vom Landwirtschaftsministerium. Kommen sie zum Zuge, hat das Auswirkungen auf die Verbraucher.

Die zwölf Mitgliedsgemeinden des "Kulturraums Ampertal" wollen staatliche anerkannte Öko-Modellregion werden. Ende Januar haben sie ihre Bewerbung eingereicht. Wann genau das bayerische Landwirtschaftsministerium bekannt gibt, wer zum Zuge kommt, ist noch offen, wie Konrad Springer, Koordinator der Ile Ampertal, bei einem Pressegespräch erläuterte. Wichtigstes Ziel ist, Strukturen zur Verarbeitung und Vermarktung regionaler Lebensmittel aufzubauen. Das Staatsministerium fördert zur Begleitung des Prozesses eine Mitarbeiterstelle zu 75 Prozent, und das zwei Jahre lang.

Bio-Bauer Ralf Huber, einer der Initiatoren der Bewerbung und stellvertretender Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, findet, dass die Ampertal-Gemeinden dafür prädestiniert seien, an dem Projekt teilzunehmen. Zum einen sei der Öko-Anteil bereits sehr hoch - in Allershausen sind es laut Huber mehr als 50 Prozent der Anbauflächen. Zum anderen sei der Druck in der Region auf kleinere landwirtschaftliche Betriebe enorm - weil es attraktive Alternativen zum Beruf des Landwirts gibt. Von einer solchen Modellregion erhofft er sich ebenso wie Michael Popp aus Eglhausen, dass Landwirte, aber auch Bäcker und Metzger durch Projekte, die beispielsweise für eine regionale Vermarktung angestoßen werden, wieder eine Perspektive haben. "Wir müssen es schaffen, dass wir endlich faire Preise bekommen", sagte Huber. Profitieren sollen von diesen Strukturen auch konventionell wirtschaftende Bauern. Und es dürfen sich auch andere Gemeinden aus dem Landkreis beteiligen. Neufahrn habe bereits Interesse bekundet, schilderte Allershausens Bürgermeister Rupert Popp, Vorsitzender des Ampertalrats.

Kommentar

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Unterstützung bekamen die Gemeinden von zwei Master-Studenten

Es ist mittlerweile die dritte Bewerbungsrunde, die Staatsministerin Michaela Kaniber Ende Juni 2018 gestartet hat, diesmal werden sechs Gemeindeverbünde ausgewählt. Die Zeit zur Abstimmung im Ampertalrat und Formulierung einer Bewerbung bis Ende Januar 2019 war relativ knapp. Unterstützung bekamen die Ampertal-Gemeinden von zwei Studenten der TU München in Weihenstephan. Theresa Hautzinger und Jakob Zips untersuchten in ihren Masterarbeiten die Aktivitäten in den zwölf bereits bestehenden Öko-Modellregionen und boten sich an, nach vielen Einzelgesprächen ein Konzept für die Ampertal-Gemeinden auszuarbeiten. Ein echter "Glücksfall", wie Michael Popp findet.

Ideen gibt es schon einige. Die sollen aus dem Kreis der Akteure, also der Landwirte oder Betriebe kommen. Der Projektmanager wird dabei helfen, sie umzusetzen. Einige Vorschläge sind bereits in der Bewerbung aufgelistet. Zur Vermarktung von Bio-Fleisch aus der Region könnten Kontakte zur Gastronomie geknüpft, bei öffentlichen Veranstaltungen Bio-Bratwürste angeboten werden. Bio-Imker sollen sich besser vernetzen und Öffentlichkeitsarbeit für bienenfreundliche Landwirte und Kommunen betreiben. Zudem sollte mehr Bio-Getreide aus der näheren Umgebung verwertet werden. Denkbar sei der Aufbau einer Mühle für Bio-Mehl. Neue Genossenschaften könnten entstehen. Parallel dazu sollen Konsumenten dafür sensibilisiert werden, Produkte aus der Region zu kaufen. Auch auf große Unternehmen wie den Flughafen will man zugehen, damit sie Lebensmittel aus dem Umland beziehen. Theresa Hautzinger sieht in solchen Projekten eine große Chance zum Erhalt der Kulturlandschaft.