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Landkreis Freising:Mit den Einwohnern steigt die Zahl der Autos

Ismaninger Straße im Gewerbegebiet Landkreis Freising

Die Zahl der zugelassenen Autos steigt im Landkreis Freising weiter an. Hier stauen sich mehrere Exemplare an der Ismaninger Straße im Gewerbegebiet Freising.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die zugelassenen Fahrzeuge im Landkreis werden jedes Jahr mehr, der Anteil der Elektromobile ist nach wie vor gering.

Im Landkreis Freising leben immer mehr Menschen. 179 400 Bürger sind es derzeit. Der Druck auf die Region wächst und der Bevölkerungszuwachs wird sich so schnell wohl auch nicht stoppen lassen. Bis 2037, so die Prognose des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München, könnten es rund 193 000 Menschen sein. In Sachen Mobilität setzen die Bürger im Landkreis Freising nach wie vor auf das eigene Auto und der beständige Zuzug hat darum auch Auswirkungen auf den Kraftfahrzeugbestand. Der steigt seit Jahren kontinuierlich mit der Zahl der Einwohner.

Derzeit sind nach Informationen des Landratsamtes 157 580 Fahrzeuge im Landkreis zugelassen (Stand 30. Juni 2019). Eingerechnet sind hier auch Busse, Lastwagen, Motorräder und Zugmaschinen. 81 431 werden mit Benzin betrieben, insgesamt 62 343 mit Diesel. 2018 lag die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge bei 154 830, 2017 bei 151 326 und 2016 bei 148 400. Die Zahl der reinen Elektrofahrzeuge ohne Hybridmotoren liegt laut Landratsamt aktuell bei 582. Im Vorjahr waren es 489, im Jahr 2017 insgesamt 310 und 2016 wurden 187 E-Fahrzeuge gezählt. Der Rest setze sich aus Fahrzeugen mit anderen Antriebsarten zusammen, wie Hybrid, Wasserstoff, Brennstoffzellen, Erdgas und Flüssiggas.

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Wie kann man Menschen vom Auto wegbringen?

Der beständige Zuzug in die Region wird die Zahl zugelassener Kraftfahrzeuge im Landkreis aller Voraussicht nach weiter steigen lassen, mit nachhaltiger Mobilität für den Klimaschutz hat das wenig zu tun. Doch wie kann man die Menschen dazu bewegen, das Auto stehen zu lassen oder sich womöglich gar keines mehr anzuschaffen und stattdessen auf den Öffentlichen Nahverkehr, Carsharing oder das Fahrrad umzusteigen?

Mit rein moralischen Argumenten erreiche man bei diesem Thema nur wenige, erklärt dazu Maximilian Trautner von der Freisinger "Allianz Klimanotstand". Vielmehr brauche man einen umfassenden Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs und der Radwege. Das müsse für die Pendler, die auf das Auto angewiesen seien, sinnvoller, praktischer und günstiger sein als die Fahrt mit dem eigenen Auto.

Anderswo fahren Menschen aus praktischen Gründen mit Fahrrad und Bus - nicht aus ökologischen

Trautner nennt in diesem Zusammenhang ein Beispiel aus der Stadt Kopenhagen. Egal, ob für den Weg zu Arbeit oder Schule, die Strecke von Zuhause zur Universität oder für Ausflüge und Transporte jeglicher Art - das Rad gilt dort inzwischen als Hauptverkehrsmittel. So wurden 2016 seit 1970 in der Innenstadt zum ersten Mal wieder mehr Fahrräder als Autos gezählt. Eine Umfrage dort habe ergeben, dass die Menschen nicht aus rein ökologischen Gründen auf dieses Verkehrsmittel umgestiegen seien, sagte Trautner, sondern aus rein praktischen.

Mit dem Rad kämen sie dort mittlerweile schneller zum Ziel als mit dem Auto - und auch billiger. Noch ein Beispiel: In Wien koste das Jahresticket für den Öffentlichen Nahverkehr 365 Euro, also einen Euro pro Tag. Das sei billiger als eine Fahrt mit dem Auto, rechnet Trautner vor. Kalkuliere man den Verschleiß mit ein, zahle man für jeden gefahrenen Kilometer 30 Cent. Für den Pendler müsse es sich rechnen, dann steige er auch um.

Eher nicht zielführend sei der Bau von großen Orts-Umfahrungen. "In einer Zeit, in der man eigentlich den Verkehrswandel einleiten will, wird dem Autofahrer wieder die Möglichkeit geschaffen, Freising bequem zu umfahren, ohne lange im Stau zu stehen", sagte Maximilian Trautner.

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