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Anzeige gegen Autohaus:Bezahlt, aber nicht ausgeliefert

Autohändler

Symbolbild: Das Autohaus Straub verkauft seine Neu- und Gebrauchtwagen in Wolnzach, Pfaffenhofen und Mainburg. Jetzt ist das Unternehmen insolvent.

(Foto: Tobias Hase/dpa)

Rudelzhausen kauft im Autohaus Straub einen Kleintransporter. Nun ist Autohändler Karl Straub pleite, und das Fahrzeug bleibt im Laden. Die Gemeinde will dagegen klagen, doch noch hofft man auf das Insolvenzverfahren.

Die Gemeinde Rudelzhausen will Strafanzeige gegen das lokale Autohaus Straub stellen. Weil das Unternehmen des Landtagsabgeordneten Karl Straub Insolvenz angemeldet hat, bleibt die Gemeinde womöglich auf den Kosten von rund 30 000 Euro für ein Bauhoffahrzeug sitzen. Die Verwaltung werde die Anzeige in den kommenden Tagen vorbereiten, sagt Bürgermeister Konrad Schickaneder (CSU).

Die Gemeinde hatte das Fahrzeug im vergangenen Jahr bestellt und auch bezahlt, wie Schickaneder berichtet. Bei dem Fahrzeug handle es sich um einen Kleintransporter, der unter anderem als Baustellenfahrzeug eingesetzt werden kann. Momentan stehe das Fahrzeug in Pfaffenhofen, die Gemeinde bekomme es aber nicht ausgehändigt: Zuerst müsse im Rahmen des Insolvenzverfahren geklärt werden, ob die Gemeinde Anspruch auf das Fahrzeug oder auf einen Geldausgleich habe, so Schickaneder.

Straub sagt, er könne nichts dafür

Das Autohaus Straub hat drei Standorte in der Region, neben Wolnzach sind das Pfaffenhofen und Mainburg. Dort verkauft das Unternehmen neue und gebrauchte Autos sowie Zubehör. Karl Straub ist Geschäftsführer des Unternehmens, gleichzeitig sitzt er für die CSU im Bayerischen Landtag. Zuvor war er Kreisvorsitzender des CSU-Kreisverbandes Pfaffenhofen und Vorsitzender des Gewerbeverbandes Wolnzach. Dass die Gemeinde das Geld für das Fahrzeug bereits überwiesen hat, bezeichnet Straub als "bedauerlich". Allerdings handle es sich dabei um den normalen Ablauf im Betrieb. Er selbst könne nichts dafür, betont Straub: "In so einer Insolvenz geht vieles drunter und drüber." Er selbst habe sich anwaltlich beraten lassen. Straub sagt, er werde "alles verkaufen", was er habe, und hoffe, dass so genügend Geld zusammenkomme.

Wie hoch die Chancen der Gemeinde sind, das Fahrzeug noch zu bekommen, ist unklar. Rechtsanwalt Jochen Zaremba ist zuständig für das Insolvenzverfahren des Autohauses Straub, er sagt, das hänge von verschiedenen Faktoren ab: Von Bedeutung sei unter anderem, ob die Gemeinde den Fahrzeugbrief erhalten habe oder nicht. Wenn ja, sei sie offiziell Eigentümerin, die Chancen stünden damit besser. Aber: "Es passiert häufig, dass bei einer Insolvenz die Leistung nicht erbracht werden kann, obwohl sie bezahlt wurde", erklärt Zaremba.

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Am Freitag beginnt das Insolvenzverfahren

Klarheit dürfte die Gemeinde bald bekommen, an diesem Freitag wird am Amtsgericht Ingolstadt das Insolvenzverfahren eröffnet. Schickaneder sagt, er hoffe, das Fahrzeug in nächster Zeit zu bekommen. Man versuche, die Herausgabe des Fahrzeugs über ein Rechtsanwaltsbüro in Ingolstadt zu erreichen: Für die Gemeinde sei das sinnvoller, als das Geld zurückerstattet zu zubekommen. Allerdings sehe es damit in nächster Zeit wohl eher schlecht aus, befürchtet der Bürgermeister.

Wie es mit dem Autohaus weitergeht, dürfte sich ebenfalls demnächst klären. Der Schwerpunkt habe bisher darauf gelegen, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und einen Investor zu suchen, sagt Zaremba. Details zu möglichen Investoren und zur Zukunft der Mitarbeiter kann er noch nicht nennen. Momentan sehe es aber so aus, als würde ein Teil des Autohauses weitergeführt werden können, sagt er. Ziel sei es, einen möglichst fließenden Übergang zu gewährleisten.

Dass das Autohaus insolvent ist, liegt Straub zufolge an der Dieselkrise. Die sei "tatsächlich ausschlaggebend" gewesen, sagt er: "Die Einnahmen haben bei Weitem nicht mehr ausgereicht."