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Airbus A380 am Flughafen:München hat einen Riesenvogel

"Oh, oh, ich seh' ihn, oh, jaaaa": Ein Flugzeug steuert den Münchner Flughafen an, allerdings ein ziemlich großes. Erstmals landet ein Mega-Airbus A380 der Airline Emirates im Erdinger Moos. Künftig wird jeden Tag eine der Großraummaschinen von München nach Dubai fliegen.

Oh, oh, ich seh' ihn, oh, jaaaa. "Die Reporterin von Radio Arabella kriegt sich gar nicht mehr ein vor lauter Aufregung. Mit einem Mikrofon in der Hand steht sie an der südlichen Landebahn und rasselt die Zahlen runter: "72 Meter lang, 24 Meter hoch - und eine Spannweite von sage und schreibe 79 Metern. Die A 380 - sie ist rieeeesig." Die Dame ist live dabei, als am Freitag erstmals ein Airbus A 380 der arabischen Fluglinie Emirates im Erdinger Moos landet. Und, soviel kann man feststellen: Sie ist begeistert.

Überflieger: Die A 380 der Emirates landete am Freitag erstmals am Münchner Flughafen. In der Version bietet sie 489 Passagieren Platz.

(Foto: Marco Einfeldt)

Nun soll es ja hin und wieder vorkommen, dass ein Flugzeug am Münchner Flughafen landet - auch mal eines von den ganz, ganz Großen. Aber nicht nur die Arabella-Reporterin ist begeistert - Bayerns neuer Finanzminister Markus Söder (CSU) zum Beispiel weist auf einen "schönen Tag für Bayern" hin. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) lobt die Landung als einen "bemerkenswerten Meilenstein". Und Flughafenchef Michael Kerkloh spricht von "einer neuen Dimension", in die sein Airport vorstoße.

Was genau ist passiert? Ein Flugzeug ist gelandet. Erstmals eine A 380 der Fluggesellschaft Emirates, die allerdings - auch das muss man sagen - insgesamt 90 von diesen Riesenvögeln bestellt hat und daher wahrscheinlich gar nicht mehr weiß, wo sie die Dinger überall noch einsetzen soll.

Emirates fliegt nun also seit Freitag einmal täglich mit einer A 380 täglich von München nach Dubai. Damit ist Emirates die erste Airline, die den Münchner Flughafen regulär mit der Großraummaschine bedient. Lange vor der größten deutschen Fluglinie Lufthansa, die bislang ihre A 380-Maschinen nur in Frankfurt starten und landen lässt und in München im Dezember lediglich eine Woche lang eine tägliche A 380-Verbindung nach New York anbieten wird.

Dabei ist der Münchner Flughafen schon lange auf den Riesen-Jet vorbereitet: Bereits 2004 hatte das bayerische Verkehrsministerium dem Airport die Zulassung dafür erteilt. Zuvor hatten Fachleute die Länge und Breite von Landebahnen, Rollwegen vermessen, die Kurvenradien geprüft.

Auch zu klären war die Frage, ob die Betonflächen und Brücken, auf denen die Jets über die Straßen zur Startbahn rollen, das Gewicht tragen. Am Terminal 1, von wo Emirates abfliegen wird, hat der Airport zuletzt an einer Position eine dritte Fluggastbrücke installiert, über die künftig die First-Class-Passagiere ins A 380-Oberdeck gelangen können.

Auch dort hat Emirates noch viel vor. Bis 2020 will die Fluglinie die Zahl ihrer jährlich transportierten Fluggäste von derzeit 30 auf 80 Millionen steigern, kündigte Emirates-Manager Thierry Antinori an: "Wir glauben an die Zukunft der Luftfahrt-Industrie." Das war der Moment, in dem auch kurz der Streit um die geplante dritte Start- und Landebahn eine Rolle spielte.

Denn Startbahn-Befürworter Ude nutzte die Chance und versicherte, angesichts der Emirates-Pläne müsse "der Ausbau der Infrastruktur Schritt halten". Söder allerdings, als Finanzminister auch neuer Aufsichtsratschef des Flughafens, sprach in seiner Rede das Thema mit keinem Wort an.

Airbus A380 von innen

Platz für 550 Menschen