Forstenried/Neuried Umstrittene Waldarbeiten

Laut Forstbetrieb München handelt es sich um unvermeidliche Pflegemaßnahmen

Von Jürgen Wolfram, Forstenried/Neuried

Von Verwüstung ist die Rede, von "Rodungen mit schwerem Gerät" und davon, dass der Forstbetrieb München seinem eigenen Anspruch einer ausgewogenen Waldbewirtschaftung nicht gerecht werde. Wie Arbeiter unlängst einige beliebte Wege im nördlichen Teil des Forstenrieder Parks zurückgelassen haben, das löste bei einigen Leuten aus der Gemeinde Neuried und aus dem Stadtteil Fürstenried Empörung aus. Tiefe Spurrillen, übersät mit Ästen, und das ausgerechnet dort, wo ein Walderlebnispfad mit Fitness-Parcours verläuft - da konnte Protest nicht ausbleiben. "Seit einigen Jahren nimmt die wirtschaftliche Nutzung überhand, und das in Zeiten, in denen der Klimaschutz für München bedeutsamer ist denn je", kommentierte ein Neurieder das Geschehen im Wald.

Von einem "geringfügigen Eingriff" und einer "minimalen angefallenen Holzmenge" spricht hingegen Wilhelm Seerieder, der Leiter des Forstbetriebs München. Was einige Besucher des Forstenrieder Parks jetzt als unangemessenes Vorgehen anprangern, sei in Wirklichkeit eine unvermeidliche Pflegemaßnahme gewesen. Dabei sei es darum gegangen, einige schwächere Bäume zugunsten des Alteichenbestands zu entfernen. "Hätten wir nichts gemacht, würden über kurz oder lang die Kronen absterben und wir hätten ein Verkehrssicherheitsrisiko", erläutert Seerieder. Im Übrigen seien jene Wege, die vorübergehend in Mitleidenschaft gezogen wurden, inzwischen weitgehend wieder hergestellt.

Was einige Spaziergänger und Freizeitsportler besonders aufgebracht hat: Im Zentrum der Waldarbeiten stand ausgerechnet der Timberland Trail, ein 2,5 Kilometer langer Walderlebnis- und Trimm-dich-Pfad mit 20 Stationen.

Benannt ist der Weg nach seinem "Öko-Sponsor", einem Hersteller von Schuhen und Outdoorbedarf. In dessen Auftrag pflegt der Verein "Bergwaldprojekt" den Trail mit seinen Bänken und Schautafeln. "Das funktionierte von Anfang an gut", berichtet Forstbetriebschef Seerieder. Nur sei es eben nicht so, dass der Fitness-Pfad wegen dieser Kooperation von jeglicher forstbetrieblichen Pflege und Nutzung ausgenommen bleibt. Man achte jedoch bewusst auf eine extensive Bewirtschaftung, damit die Freunde des Waldes bei ihren Ausflügen nicht zu oft gestört werden. Die Eingriffe der vergangenen Wochen seien von daher eine Ausnahme, beteuert Seerieder.