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Flughafen München:Fahrerlose Mini-U-Bahn nimmt Probebetrieb auf

Die Mini-U-Bahn kommt ohne Fahrer aus und soll von Ende April an täglich 20 Stunden in Betrieb sein.

(Foto: Marco Einfeldt)
  • Am Montag ist die fahrerlose U-Bahn am Flughafen getestet worden. Die Ursprungsidee des Systems PTS ist 45 Jahre alt.
  • Die Testfahrt klappt, jedoch nicht ganz ohne Pannen.
  • Ende April wird das neue Satellitenterminal eröffnet. Um es zu erreichen, wird das PTS benötigt.

Von Marco Völklein

Für den normalen Passagier sieht dieses Ding tatsächlich zunächst einmal aus wie eine U-Bahn: ein röhrenförmiger Querschnitt, Schiebetüren an den Seiten, die zudem noch mit Bahnsteigtüren gesichert sind. Im Inneren dann Haltestangen, einige wenige Sitzplätze - fertig. Die Türen schließen sich, die Fahrt geht los. Mit bis zu 45 Stundenkilometern rauscht die Bahn durch den fast 400 Meter langen Tunnel. Dann aussteigen, die Rolltreppe nach oben nehmen. Fertig.

Wer aber dann einen Blick hinter die Kulissen wirft, sich den unterirdischen Werkstattbereich unter dem östlichen Vorfeld zeigen lässt, der sieht, dass das neue "Personen-Transport-System", kurz: PTS, dass also diese neue Mini-U-Bahn unter dem Vorfeld doch eher ein fahrerloser Bus ist als eine wirkliche Schienenbahn.

Jeder der vier Waggons, die sich zu einem Zug zusammenkoppeln lassen, rollt auf vier großen Luftreifen. Diese wiederum laufen auf einer Rollbahn aus Beton. Lediglich in der Mitte haben Techniker des kanadischen Herstellers Bombardier eine Schiene eingebaut, an der der Zug entlang geführt wird und über die die Elektromotoren in den Waggons mit Strom versorgt werden.

Ende April wird das neue Satellitenterminal eröffnet

"Die Historie des Systems begann mit Bussen", erklärt Bombardier-Manager Stefan Pahnke. Vor gut 45 Jahren begannen Techniker in Pittsburgh damit, Busse an Schienen entlang zu führen, um sie fahrerlos betreiben zu können. An mehr als 20 Flughäfen weltweit sind mittlerweile PTS-Züge von Bombardier im Einsatz, auch in großen Städten wie etwa São Paulo oder Riad setzen Nahverkehrsplaner auf die Technik.

Doch Reste dieser Ursprungsidee sind an den Fahrzeugen noch immer zu entdecken. Seit einigen Monaten auch am Münchner Flughafen. Ende April wird der Airport sein neues Satellitenterminal eröffnen, das der Flughafen zusammen mit der Lufthansa auf dem östlichen Vorfeld errichtet.

Das Besondere daran: Anders als die beiden bestehenden Abfertigungsgebäude ist der Satellit für Passagiere nicht direkt zu erreichen. Wessen Flug an einem der insgesamt 52 zusätzlichen Gates abgeht, die das neue Terminal bietet, der muss zunächst einmal im bestehenden Terminal 2 einchecken, dort in den Keller gehen - und dann mit dem neuen PTS rüberrauschen zum Satellitenterminal.

Weniger als eine Minute dauert die Fahrt. Anschließend geht es über Rolltreppen und Aufzüge wieder nach oben. Ohne eine funktionierende Mini-U-Bahn im Untergrund kann das neue Terminal nicht eröffnet werden.

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