Kino:Unter unserm Himmel

Diana Iljine vom Filmfest München, 2019

Diana Iljine ist die Direktorin des Filmfest München.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Vieles ist anders beim Filmfest 2021, das am 1. Juli beginnt. Kleiner wird es sein und unter freiem Himmel, bespielt werden die verschiedensten Orte in der Stadt. Ein Überblick.

Von Josef Grübl

Als das sommerlichste deutsche Filmfestival ist es bekannt, jetzt will das Filmfest München noch eins drauflegen: Dieses Jahr findet es überwiegend draußen statt, vor Publikum und über die ganze Stadt verteilt, in Open-Air-Kinos, Shopping-Malls oder auf dem Gelände einer ehemaligen Betonfabrik. Oder wie das Filmfest auf seiner Website ankündigt: "Ein wenig anders - aber auf jeden Fall live". 2020 musste es ausfallen, umso enthusiastischer gaben sich Festivalchefin Diana Iljine und ihr Team bei der virtuellen Vorstellung des 38. Filmfests, das vom 1. bis 10. Juli stattfinden soll.

"Unser Programm ist pandemiebedingt reduziert - oder besser gesagt konzentriert", sagte Iljine vorab in einem Video. Das sei der besonderen Lage in diesem Jahr geschuldet, aber auch dem reduzierten Budget. Von den hochtrabenden Plänen des Ministerpräsidenten, das Filmfest zum "internationalen Medienfestival" umzubauen, ist keine Rede mehr. Wurden 2019 noch 180 Filme gezeigt, sind es dieses Mal gerade einmal 70 Filme.

Den vermutlich populärsten davon hat man gleich an den Anfang gepackt: Der neue Eberhofer-Krimi "Kaiserschmarrndrama" ist Eröffnungsfilm. "Wir wollen damit ein Signal an unser Publikum senden", so Iljine. "Das Festival ist wieder da und auch die Kinos sind wieder da." Neben dem Niederbayern-Cop Eberhofer stehen große Namen des Weltkinos auf dem Programm, François Ozon ("Sommer 85") etwa, Kiyoshi Kurosawa ("Wife of a Spy") oder Anders Thomas Jensen ("Helden der Wahrscheinlichkeit").

Ansonsten setzt man auf deutsche Filmstars, auf Albrecht Schuch und Jella Haase ("Lieber Thomas"), Lars Eidinger und Luise Heyer ("Nahschuss") oder Martina Gedeck und Joachim Król ("Endlich Witwer - Forever Young"). Auch Genrefilme aus Deutschland ("Tides", "Blood Red Sky"), werden gezeigt, außerdem mit "Rotzbub" der erste Animationsfilm von Marcus H. Rosenmüller. Von den 14 Filmen der Reihe "Neues Deutsches Kino" stammen acht von Regisseurinnen, auch bei den Preisen setzt man auf Frauen.

Waren die Ehrengäste vor zwei Jahren rein männlich, ehrt man nun ein "cineastisches Quartett" aus vier Frauen des Weltkinos: Senta Berger und Robin Wright erhalten den CineMerit Award, Franka Potente den Margot-Hielscher-Preis. Die Hommage wird der polnischen Regisseurin Małgorzata Szumowska gewidmet. Die Preisträgerinnen wollen ihre Auszeichnungen persönlich entgegennehmen, nur Hollywoodstar Robin Wright wird digital aus den USA dazu geschaltet.

Viele Filme laufen Open-Air - und dank niedriger Inzidenz auch wieder drinnen

Aufgrund der Open-Air-Situation fangen die meisten Filme mit Einbruch der Dunkelheit an, als Spielstätten wurden bestehende Freiluft-Locations wie "Kino am Olympiasee" und "Kino, Mond & Sterne" bekanntgegeben. Hinzu kommen temporäre Vorführorte wie die Pasinger Fabrik, die Fünf Höfe oder die ehemalige Betonfabrik "Sugar Mountain" in Obersendling. Aufgrund der gesunkenen Inzidenzen werden auch Vorstellungen in Kinos möglich sein, unter anderem in der Astor Film Lounge im Arri, den City Kinos oder dem Filmtheater Sendlinger Tor.

Im Gasteig finden die beliebten "Filmmakers Live"-Veranstaltungen statt, auch das Festivalzentrum ist dort untergebracht. Trotz eingeschränkten Programms sollen alle etablierten Preise vergeben werden, auch der Publikumspreis von der Süddeutschen Zeitung und Bayern 2. Tickets gibt es voraussichtlich vom 21. Juni an auf der Filmfest-Website und über München Ticket. Der Kinosommer kann kommen - jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

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