Die Sonderform des Ladenbistros - also sozusagen der Feinkost Käfer in klein - erfreut sich wachsender Beliebtheit. Der Coucou Food Market aus Neuhausen beispielsweise hat inzwischen schon mehrere Filialen eröffnet. Meist handelt es sich bei einem solchen Bistro um die Verbindung von Delikatessen, die man sonst nicht so leicht bekommt, und warmen Gerichten oder Salaten, die vor allem von den Beschäftigten in den umliegenden Büros zur Mittagszeit nachgefragt sind. Am Elisabethmarkt gibt es seit kurzem in einer ehemaligen Bankfiliale mit Feinkost Zehner ein besonders hübsches Beispiel. Der gelernte Metzger Daniel Dosch hat mit seiner Frau Isabelle dort eine schöne Auswahl an Spezialitäten zusammengestellt, und zwar keineswegs nur in der Fleischtheke - vom Wagyu-Rindfleisch aus Emmering über Avocado- und Mandelchips aus England, Salz aus Ibiza, Olivenöl aus Südfrankreich bis hin zu Sardinen und Hummersuppe aus der Dose von Belle-Iloise.
Im Keller findet man eine hervorragende Auswahl an Weinen, vorwiegend aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Südtirol sowie besondere Champagnersorten aus kleinen Kellereien. Sehenswert ist dieser "Weintresor" obendrein auch noch, weil er sich im ehemaligen Tresorraum der Bank befindet, mit einer zentnerschweren, knallroten Stahltür davor und Gitterstäben wie in der Ausnüchterungszelle in alten Filmen. Oben im Bistro gibt es täglich wechselnde, kleine Gerichte. Feinkost Zehner heißt der Laden übrigens, weil Dosch aus einer Mannheimer Metzgerfamilie stammt, den Zehners. Die führen ihr Geschäft dort seit 134 Jahren. Und weil ihr Nachbar, der Speiseeishersteller Dario Fontanella-Gregori, 1969 das Spaghetti-Eis erfunden haben soll, gibt es das nun auch beim Zehner in München - eine echte Rarität (Feinkost Zehner, Nordendstraße 48, Dienstag bis Freitag 9-19 Uhr, Samstag 10-17 Uhr, Telefon 74 74 74 88, https://feinkost-zehner.de/ ).
Was früher "Imbiss" hieß, heißt heute in modischem Englisch "Streetfood", ist dafür aber auch international verständlich. Und ein im besten Sinne internationaler Imbiss ist Servus Habibi in der Schillerstraße, mit kleine Gerichten und Vorspeisen aus der libanesischen und israelischen Küche. Zeitweise gab es einen Mini-Ableger in der Fraunhoferstraße sowie ein Pop-up im Ingolstadt-Village - und jetzt eine richtige Filiale im Lehel. Am Donnerstagabend feierte man Eröffnung, von diesem Freitag an gibt es die Köstlichkeiten auch für ganz normale Gäste (Servus Habibi, Liebigstraße 14, täglich 11-20 Uhr, www.servus-habibi.de ).