Architektur:Sorgfalt und Detailtreue

Architektur: Ein Preis ging an die renovierte Filialkirche St. Laurentius und Stephanus in Ebering, ein spätromanischer Backsteinbau um 1300.

Ein Preis ging an die renovierte Filialkirche St. Laurentius und Stephanus in Ebering, ein spätromanischer Backsteinbau um 1300.

(Foto: Renate Schmidt)

Erdinger Verein zeichnet auch in diesem Jahr fünf neue oder vorbildlich sanierte Gebäude mit dem Fassadenpreis aus. Die Bandbreite reicht vom innovativen Einfamilienhaus bis zur spätromanischen Dorfkirche.

Von Sofia Wiedemann Goncalves, Erding

Man soll stets hinter die Fassade schauen, heißt es so schön. Der Erdinger Kreisverein für Heimatschutz und Denkmalpflege hält da jedoch dagegen. Seit 1986 verleiht er alljährlich den Fassadenpreis, mit dem besonders gelungene Neubauten und Sanierungsmaßnahmen im Landkreis Erding ausgezeichnet werden. In diesem Jahr wurde der Preis bereits zum 34. Mal im Erdinger Ortsteil Bergham verliehen. Er ging in verschiedenen Kategorien an insgesamt fünf Preisträger.

Von einem innovativen Einfamilienhaus bis zur sanierten Kirche zeigen die prämierten Projekte, wie die Dorfkultur im Landkreis Erding mit zeitgemäßer Architektur bewahrt werden kann. Die Hoffnung ist laut Kreisverein, dass so der sensible Blick für den Umgang mit bestehenden Gebäuden beziehungsweise Neubauten geschult werden kann. Neben der Fassadengestaltung spielen bei der Preisvergabe auch Kriterien wie Baumaterialien, Qualität und Technik sowie die Farbgestaltung eine Rolle.

Der Preis in der Kategorie Gebäudeerhaltung/Sanierung ging an Martin Neumaier für die Sanierung seines historischen Wohnhauses in Reit, Gemeinde Isen. Die besondere Sorgfalt und Detailtreue, so der Kreisverband in einer Pressemitteilung, habe das Haus qualifiziert, ausgezeichnet zu werden.

Architektur: Der Neubau der Grund- und Mittelschule Oberding.

Der Neubau der Grund- und Mittelschule Oberding.

(Foto: Renate Schmidt)
Architektur: "Die Tankstelle des Jahres 2021": "eat meet Dorfen'. Das Dach an den Zapfstäulen ist technisch und optisch einem Flugzeugflügel nachempfunden

"Die Tankstelle des Jahres 2021": "eat meet Dorfen'. Das Dach an den Zapfstäulen ist technisch und optisch einem Flugzeugflügel nachempfunden

(Foto: Renate Schmidt)

Den Preis in der Kategorie "Neubau privat" bekam Peter Feckl für sein neu erbautes Einfamilienhaus. Das vom Grünecker Büro Reichelt Architekten geplante Haus befindet sich am Ortsrand von Tading in der Gemeinde Forstern und wurde 2021 fertiggestellt. Zwischen Stahlbeton, Brettstapelelementen und Lärchenholz kamen verschiedenste Materialien beim Bau zum Einsatz. Ein Highlight ist die Konzipierung des Daches. Ohne Lücken ist es komplett mit PV-Modulen bedeckt, die dank eines cleveren Dachbaus auf besondere Effizienz ausgerichtet sind.

In der Kategorie "öffentliche Neubauten" zeichnete die Jury die Gemeinde Oberding für den Neubau der Grund- und Mittelschule Oberding aus. Die Planung stammt von Schankula Architekten aus München, deren Ziel es war, den Raum zwischen der bestehenden Turnhalle und dem Dorf im Westen des Baugrundstücks sinnvoll zu nutzen. Die gelungene Gestaltung des aus vier Einzelkuben bestehenden Schulgebäudes nicht nur als Ort des Lernens, sondern auch als Ort des Lebens wurde vom Kreisverein besonders hervorgehoben.

In Sachen Flair punktete eine neu gebaute Tankstelle am Reithel 1 am Ortseingang von Dorfen. Mit goldfarbenen Fassadenverkleidungen und edlen Glasfronten beeindruckte der Neubau von Manfred Singer, Inhaber der MS Projektentwicklung Dorfen Südost, die Juroren. Das Gebäude wurde von Mitschelen + Gerstl Architekten aus Passau geplant und erhielt in der Kategorie "Neubau gewerblich" den Fassaden-Preis.

Auch in der Kategorie "Denkmal" wurde ein Preis vergeben: Er ging an die sanierte Filialkirche Sankt Laurentius und Sankt Stephanus Ebering, Gemeinde Steinkirchen. Der Kirchenbau im Erdinger Holzland stammt aus der Zeit der Spätromanik um 1300 und ist damit eine der ältesten Kirchen im Landkreis Erding. Die Restaurierung wurde auch mit der Denkmalmedaille des Bezirks Oberbayern ausgezeichnet und ist das Ergebnis einer engagierten Teamarbeit, an der das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und das Architekturbüro Rieger Lohmann beteiligt waren.

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