Flughafen sucht Tierpfleger Haarige Fracht

Löwenbabys kommen seltern am Flughafen an, aber auch das hat es schon gegeben. Meist hat es der neue Tierpfleger, den der Flughafen sucht, mit Hunden und Katzen, Kaninchen und Frettchen zu tun.

(Foto: dpa)

Am Airport werden Katzen, Hunde und Kaninchen auf dem Zwischenstopp im Erdinger Moos betreut, Bären oder Löwen sind eher seltene Gäste. Das Team sucht aktuell Verstärkung.

Von Regina Bluhme, Flughafen

Der Airport im Erdinger Moos hat aktuell einen Job zu vergeben, der auf den ersten Blick so gar nicht zu einem Flughafen passen will: Ein Tierpfleger wird gesucht. Mit zwei Kollegen soll sich die Kraft um die tierische Luftfracht kümmern. Laut Flughafen München GmbH (FMG) haben es die Mitarbeiter meist mit Hunden und Katzen zu tun, aber es haben auch schon Bären- oder Löwenbabys versorgt werden müssen.

"Was größer ist als ein Hund, geht über Frankfurt."

Zugegeben, die Sache mit den zwei Löwenbabys, die die Tierpfleger am Münchner Airport zu betreuen hatten, kommt eher selten vor, erklärt FMG-Pressesprecherin Kathrin Stangl. Auch der Baby-Braunbär und der Weißkopfseeadler gehörten zu den exotischeren Tieren. Diese Exoten würden in den allermeisten Fällen sowieso von einem eigenen Tierpfleger begleitet werden. Woher die Löwenbabys damals kamen, kann Stangl jedoch nicht mehr sagen, womöglich waren sie auf Zirkustournee oder auf dem Weg in einen Zoo. Selbstverständlich sei hier auch immer ein Veterinär vor Ort vertreten, fügt sie hinzu.

In der Mehrzahl der Fälle haben es die Tierpfleger am Flughafen München mit Hunden, Katzen, Kaninchen oder Frettchen zu tun, aber auch mit Reptilien, Fischen, Vögeln oder Bruteiern. Ein Pferd oder gar ein Elefant landet dagegen noch nicht im Erdinger Moos. "Paarhufer und eigentlich alles, was größer ist als ein Hund, geht über den Flughafen Frankfurt", informiert Stangl.

Gesucht wird der neue Tierpfleger von der Cargogate Flughafen München Gesellschaft, die als 100-prozentige Tochter der FMG seit 1974 die Luftfrachtabfertigung betreibt. Aktuell sind dort laut FMG-Pressesprecherin Kathrin Stangl bereits zwei Tierpfleger beschäftigt. Ein dritter Kollege oder eine Kollegin soll die beiden unterstützen.

Die Frachtabfertigung ist Teil des Arbeitsalltags.

Zu den Aufgaben des neuen Mitarbeiters gehöre, "die Tiere, in enger Zusammenarbeit mit den Veterinären des Landratsamtes Erding, konform zum Tierschutzgesetz und mit viel Empathie, zu versorgen". Bewerber sollten also eine hohe Affinität zu Tieren mitbringen und bereits beruflich Erfahrung im Umgang mit diesen haben - vorzugsweise als Tierpfleger oder Tierpflegerin oder als Tiermedizinische Fachkraft, wie es in der Stellenbeschreibung auf der Homepage der FMG heißt. Aber auch eine abgeschlossene Ausbildung zum Forstwirt wäre nicht von Nachteil. Neben der Liebe zu den Tieren ist nach Angaben von Kathrin Stangl die Bereitschaft wichtig, sich mit Themen wie Frachtabfertigung beziehungsweise Lagerlogistik auseinanderzusetzen. Der Arbeitsalltag beinhalte nämlich nicht nur den direkten Umgang mit den Tieren, "sondern auch die Frachtabfertigung sämtlicher Produkte tierischen Ursprungs", darunter zum Beispiel auch Trophäen.

"Geeignete Räume und Einrichtungen sind für die Versorgung der Tiere zwingend notwendig", betont Stangl. "Diese wurden in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Veterinäramt geplant, gebaut und eingerichtet." Hierzu gehörten Räumlichkeiten mit Zwingern unterschiedlicher Größen für Hunde und Katzen sowie speziell temperierte Räume zum Beispiel für Reptilien. Für Hunde stehe außerdem eine umzäunte Grünfläche als Freilauf zur Verfügung.

Das Besondere an der Arbeitsstelle ist laut Kathrin Stangl "die Mischung aus klassischer Tierpflege und Frachtabfertigung beziehungsweise Lagerlogistik an einem spannenden Arbeitsplatz mit ganz spezieller Atmosphäre". Einer der Tierpfleger am Flughafen vergleiche seine Arbeitsstelle gerne mit dem Arbeitsalltag in einem Hotel: "Jeder Tag ist anders, jeden Tag bekommen wir neue, internationale Gäste."