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Schloss Falkenberg:Mysteriöses Ende

Noch geheimnisvoller als ihr Beginn ist auch das Ende von Burg Falkenberg. Dieses kam spätestens im Landshuter Erbfolgekrieg 1505, laut Maicher sogar bereits 1395 in einem anderen Wittelsbacher Familienkrieg, der seinen Schwerpunkt mehr in der Gegend östlich von München hatte und in dem auch Markt Schwaben abgebrannt wurde. Letztmalig erwähnt wurde die Burg auf jeden Fall im Jahr 1282, definitiv verschwunden war sie im Jahr 1517. Denn aus diesem Jahr ist ein Dokument überliefert, weiß Maicher, wonach in Falkenberg ein gewisser Cunz Vischer "auf dem Purckstall" lebte, also auf der Stelle der Burg, die es folglich nicht mehr gegeben haben kann. Überlebt hat sie dennoch, zumindest ein bisschen und zwar in Form zweier Wappen.

Der Falke im Moosacher Gemeindewappen stammt für Maicher eindeutig vom Burgwappen Falkenberg ab. Mit diesem sogar nahezu identisch ist das 1409 durch Herzog Stephan III verliehene Wappen der Gemeinde Markt Schwaben. Denn dieses, "ein weißer Falke auf einem schwarzen Berg mit aufgehenden Flügeln in einem roten Feld" ist nach dem Ende der Falkenberger Herrschaft einfach wiederverwendet worden, vermutet Maicher.

Recycling der Ruine

Wiederverwendet wurden wohl auch Teile der alten Burgruine, als der Münchner Patrizier Alexander Schöttl in Falkenberg sein Schloss errichten ließ. Im Jahr 1579 wurde es fertiggestellt, neben einem schmucken zweistöckigen Domizil mit "zwo Stuben, sechs Khämern, zwo gewölbt Kuchl, ein Stall zu drey Pferden" bringt es seinem Erbauer auch den sozialen Aufstieg. Denn der alte Burgsitz mit den zugehörigen Ländereien ist immer noch ein Herrschaftsbereich, eine sogenannte Hofmark, erklärt Maicher. Deren neuer Besitzer Schöttl "wird Herr über die hier lebenden Menschen, kann von ihnen Arbeit und Abgaben verlangen und urteilt als ihr Richter über alle Delikte, auf denen nicht die Todesstrafe steht", außerdem darf sich der neue Bewohner mit dem Titel "Edler" anreden lassen.

Der Biergarten in Falkenberg erfreut sich großer Beliebtheit.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Doch trotz schöner Aussichten in die Landschaft und auf gesellschaftliches Renommee schaffte es Falkenberg in den kommenden Jahrhunderten nie, dass sich seine Bewohner über längere Zeit niederließen. In den 436 Jahren seines Bestehens wurde das Schloss insgesamt 18 Mal verkauft, alleine zwölf Mal in den vergangenen 200 Jahren, nur acht Mal wurde es vererbt. Eine Liste und die Geschichte der Käufer und Erben hat der inzwischen verstorbene Moosacher Historiker und Oskar Mayer in der 1990 erschienenen Ortschronik vorgestellt.

Am längsten hat es noch die Familie des Erbauers Schöttl auf Falkenberg ausgehalten, wenn auch nicht ohne Unterbrechung. Denn Alexander Schöttls Erben Martin und Jakob verkaufen das Schloss 1599 zunächst an den Kaiserlichen Geheimen Rat Johann Wolfgang Freimann, kaufen es aber bereits 1603 zurück. Der letzte der Schöttls, Anton Albrecht, geht 1690 ins Kloster und überschreibt das Schloss seinem Orden, den Augustinern, der es nur drei Jahre später weiterverkauft. Es folgt eine lange Reihe von Schlossherren, die meisten blieben nur ein paar Jahre, die wenigsten konnten Falkenberg an ihre Nachkommen weiterreichen.

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