Energiekosten:Vaterstetten führt Spar-Wettbewerb ein

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Energiekosten: Auch Kommunen bekommen die hohen Energiepreise zu spüren. In Vaterstetten will man die Nutzer von Gemeindeimmobilien nun durch einen Wettbewerb zum Sparen animieren.

Auch Kommunen bekommen die hohen Energiepreise zu spüren. In Vaterstetten will man die Nutzer von Gemeindeimmobilien nun durch einen Wettbewerb zum Sparen animieren.

(Foto: Johannes Simon)

Um den Verbrauch von Strom und Wärme zu reduzieren, sollen die Zuständigen der gemeindlichen Liegenschaften kreativ werden.

Von Wieland Bögel, Vaterstetten

In der Wirtschaft ist die Strategie schon länger bekannt: Wer Aufmerksamkeit für ein Produkt oder eine Dienstleistung schaffen will, macht ein Spiel daraus. Das Prinzip heißt Gamification - und dieses will nun auch die Gemeinde Vaterstetten nutzen, um den Energieverbrauch ihrer Liegenschaften zu senken. Diese können ein kleines Preisgeld gewinnen, wenn sie eine besonders gute Idee entwickeln, wie sich bei Strom und Heizung sparen lässt.

Beantragt hatten dies die Fraktionen der Grünen und der FDP, drei Maßnahmen sollen demnach den Energieverbrauch der Gemeindeimmobilien senken. Neben dem Wettbewerb, der nach dem Willen der Antragsteller sowohl in den Kategorien die prozentuale Einsparung und originellste Energiesparidee vergeben werden sollte, wird auch für jede Liegenschaft eine Person benannt, die nach Sparpotenzial sucht und Einsparungen umsetzt. Zudem sollten nicht näher definierte "Strukturen für nachhaltige und kontinuierliche Energieeinsparung in der Gemeinde" geschaffen werden.

Es gibt Energiespar-Schulungen für die Nutzer von Gemeindeimmobilien

Seitens der Verwaltung gab es Unterstützung für vieles, was in dem Antrag gefordert wurde - aber auch Einwände, was die Umsetzung betrifft. Man habe daher einige Überarbeitungen vorgenommen, so Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU). Etwa, was den Einsparwettbewerb betrifft. Hier wurde zum einen die Konkretisierung eingeführt, dass der Preis das erste Mal im Frühling 2024 vergeben wird. Denn dazu brauche es einen gewissen Vorlauf, sagte Klimaschutzmanager Tobias Aschwer, für die aktuelle Heizperiode würde es auf jeden Fall nicht mehr klappen.

Auch sollte man die Kategorien anders fassen, schlug Bauamtsleiterin Brigitte Littke vor. Denn die Einsparmöglichkeiten seien nicht in allen Gebäuden dieselben, gerade bei älteren müsse man zuerst in Umbauten und Nachrüstungen investieren, bevor sich der Energieverbrauch senken lasse. Als Beispiel nannte sie die alten Schulhäuser der Gemeinde "Wohlverhalten alleine reicht da nicht."

Der Rest des Antrages sei dagegen sogar schon in der Umsetzung, so der Bürgermeister, etwa, was die Zuständigen fürs Energiesparen betrifft. Für diese sei bereits eine Schulung im Dezember terminiert, "unsere Mitarbeiter habe ich auch alle schon dazu verpflichtet", so Spitzauer. An alle anderen Nutzer gemeindlicher Liegenschaften sei bereits eine Einladung zu dem Termin ergangen. Auch die geforderten Strukturen für mehr Energieeinsparung habe man bereits auf der Agenda: Die im Sommer neu eingestellte Energiemanagerin Carina Lehmair soll diese zusammen mit dem Klimaschutzmanager erarbeiten.

Wer besonders kreativ Strom und Heizung spart, kann bis zu 2000 Euro gewinnen

Nach einer Sitzungsunterbrechung, während derer sich die Antragsteller berieten, wurde der geänderte Beschluss mit großer Mehrheit angenommen. Die Einsetzung der Energiebeauftragten, die Nutzerschulungen und die Hinweise zum Energiesparen an alle Nutzer gemeindlicher Immobilien wurden einstimmig beschlossen. Auch für die Erarbeitung von "Strukturen für eine nachhaltige und kontinuierliche Energieeinsparung" gab es keine Gegenstimme.

Nur beim Energiesparwettbewerb waren nicht alle dafür: Dritter Bürgermeister Roland Meier (FW) lehnte diesen Punkt ab. Beschlossen wurde der Wettbewerb dennoch, geplant ist nun, dass im Frühjahr 2024 die originellste Idee zum Energiesparen in kommunalen Liegenschaften ausgezeichnet wird. Den Gewinnern winkt ein Preisgeld von insgesamt 2000 Euro, auf wie viele Preisträger es verteilt wird, soll die Jury entscheiden, die sich aus Mitgliedern des Gemeinderates und des AK Energiewende gebildet wird.

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