Vaterstettener Kommunalwahlkampf Roland Meier will Bürgermeister werden

Der erste echte Kandidat: Die Freien Wähler haben den 52-jährigen Gemeinderat nominiert

Von Wieland Bögel, Vaterstetten

Roland Meier ist seit 2014 Gemeinderat der Freien Wähler in Vaterstetten, nun will er Bürgermeister werden.

(Foto: Privat)

Die Freien Wähler in der Großgemeinde haben den Bürgermeisterwahlkampf eröffnet. Auf der Mitgliederversammlung am Montagabend bestimmten die Anwesenden den FW-Gemeinderat Roland Meier zu ihrem Kandidaten für den Chefposten im Rathaus. Meier hatte keinen Gegenkandidaten.

"Wir sind relativ stolz, dass wir jemanden aus den eigenen Reihen haben, quasi ein Eigengewächs", sagt Meier - wohl auch in Anspielung auf die übrigen Parteien im Gemeinderat. Denn zwar hat die CSU in Leonhard Spitzauer ebenfalls ein Fraktionsmitglied nominiert - aber bisher nur für den parteiinternen Vorwahlkampf. Dort muss sich Spitzauer noch gegen den ehemaligen Grünen-Gemeinderat, den parteilosen Robert Winkler durchsetzen. Da er mittlerweile auch von Vaterstettens SPD und Grünen unterstützt wird, könnte Winkler eventuell auch antreten, falls sich die CSU Ortshauptversammlung am 18. Juli gegen ihn entscheidet.

Amtsinhaber Georg Reitsberger darf nicht noch einmal antreten

Damit ist der gelernte Schreiner Roland Meier tatsächlich der erste, der offiziell für das Bürgermeisteramt kandidiert. Was, wie der 52-Jährige sagt, den Freien Wählern aus mehreren Gründen wichtig ist: "Wir wollten selbst agieren und uns nicht vorwerfen lassen, nur auf die anderen zu reagieren." Wobei ein bisschen Reaktion schon im Spiel gewesen sein dürfte. So hatte FW-Ortsvorsitzender Wolfgang Schermann nach Bekanntgabe der CSU-Vorwahlkandidaten als Zeitplan für die eigene Kandidatenkür noch den Frühsommer genannt. Dass die Freien Wähler doch schneller waren, liegt auch daran, dass man Kontinuität beweisen will. Zwar darf Amtsinhaber Georg Reitsberger aus Altersgründen bei der Wahl im kommenden März nicht mehr antreten, Meier will das Bürgermeisteramt aber in dessen Sinne weiterführen: "Wir haben den Schorsch als Vorkämpfer gehabt, wir finden, er hat es gut gemacht."

In vielen Dingen sei er auf der gleichen Linie wie der Bürgermeister, etwa bei der Kritik an der geplanten Umfahrung für Weißenfeld und Parsdorf. Diese hatte Reitsberger stets - gegen die Mehrheit seines Gemeinderates - abgelehnt, die Straße sei zu teuer, verbrauche zu viel Fläche und werde durch den anstehenden Ausbau des Autobahnkreuzes eventuell ohnehin überflüssig, so die Argumente des Bürgermeisters. Sein möglicher Amtsnachfolger Meier, der seit 2014 Mitglied des Gemeinderates ist, sieht das zwar ähnlich, bezweifelt aber, dass sich die Straße noch verhindern lässt. Selbst wenn sich die Mehrheiten im Gemeinderat ändern, "die Wahl kommt zu einem Zeitpunkt, wo eigentlich schon alles entschieden ist."

Aber ganz grundsätzlich ist Meier kein Fan des Straßenbaus: "Wir haben in Vaterstetten nicht zu wenige Straßen, wir haben zu viele Autos." Ein Problem, dem er sich im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister verstärkt widmen will - und wo er durchaus Schnittmengen zu den Ideen anderen Fraktionen sieht. Etwa die kürzlich von der SPD beantragte Unterstützung für eine interkommunale Expressbuslinie mit Poing. Ohnehin solle die Gemeinde den öffentlichen Nahverkehr weiter stärken, findet Meier. Auch Maßnahmen, dass Fußgänger, besonders Schulkinder, sicherer unterwegs sein könnten, solle man angehen.

Der Kandidat bringt wieder einmal ein Kino ins Gespräch

Bei dem anderen großen Problem der Großgemeinde - die Gewerbepolitik beziehungsweise die unterdurchschnittlichen Steuereinnahmen - setzt Meier auf die bessere Nutzung vorhandener Flächen. Etwa im Gewerbegebiet Parsdorf II, wo noch einige Flächen leer stehen. Hierzu bringt Meier eine Idee ins Spiel, die seit beinahe zwei Jahrzehnten immer wieder diskutiert wurde: Ein Kino. Bislang allerdings hätte das Lichtspielhaus entweder zusammen mit dem neuen VHS-Haus am Baldhamer Bahnhof oder im neuen Vaterstettener Ortszentrum gebaut werden sollen - beide Vorhaben sind nie umgesetzt worden. In Parsdorf hätte das Kino dagegen mehr Chancen, findet Meier, schließlich sei der Standort auch von den Nachbargemeinden, etwa aus Poing, gut zu erreichen.

Nicht nur bei Verkehr und Unterhaltung will sich Meier für mehr Zusammenarbeit einsetzen, anstatt nur kritische Stellungnahmen zu Projekten der Nachbarn zu verfassen. Wie das genau passieren soll und was ein Bürgermeister Roland Meier noch alles umsetzten will, werden die Freien Wähler in den kommenden Wochen präsentieren: "Das Wahlprogramm ist noch im Entstehen begriffen", sagt der Kandidat.